Vorerst letzter Rundgang zur Geschichte der Bauhausstraße 11

Bleiglasfenster mit völkischem Bildprogramm und nationalsozialistischen Elemente

Bleiglasfenster mit völkischem Bildprogramm und nationalsozialistischen Elementen im Treppenhaus der Bauhausstraße 11. Foto: Ivana Buhl Download-Version

Aufgrund der umfangreichen Sanierungsarbeiten am denkmalgeschützten Lehrund Forschungsgebäude der Fakultät Medien wird der Rundgang zur bewegten Geschichte der Bauhausstraße 11 vorerst zum letzten Mal stattfinden. Am 27. Januar 2022, dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, führt die Wissenschaftliche Mitarbeiterin Lilli Hallmann zu zwei Orten auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar, um an die Unrechtsgeschichte des Nationalsozialismus zu erinnern.

Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee der Sowjetunion das Konzentrationsund Vernichtungslager Auschwitz. Diesen Tag möchten die Mitarbeitenden des Forschungsprojektes »Geschichte der Bauhausstraße 11« nutzen, um an zwei Orten auf dem Campus der Bauhaus-Universität Weimar an das Unrecht während der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern. Das Haus in der heutigen Bauhausstraße 11 wurde 1935 als sogenanntes »Thüringer Ärztehaus« erbaut und unter diesem Namen bis 1945 von zahlreichen Institutionen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik als Verwaltungsstelle genutzt. Bevor die »B11« aufgrund von Umbaumaßnahmen für etwa zweieinhalb Jahre nicht öffentlich zugänglich sein wird, gibt es noch einmal die Möglichkeit, sich über die Nutzungsgeschichte des Gebäudes zu informieren. Im Anschluss führt der Rundgang zu den Gebäuden in der Marienstraße 13 und 15. Hier war im Nationalsozialismus das sogenannte »Thüringische Landesamt für Rassewesen« ansässig, das sich auf bürokratischer und »wissenschaftlicher« Ebene in hohem Maße an der menschenverachtenden Zwangssterilisierungspolitik der Nationalsozialisten beteiligte.

Schätzungsweise 1,1 Million Menschen waren von den Nationalsozialisten in Auschwitz ermordet worden. Zum Zeitpunkt der Besetzung des Lagers durch die sowjetische Armee befanden sich dort nur rund 7000 Überlebende. Der Großteil der Überlebenden Häftlinge - etwa 58000 Menschen - war wenige Tage zuvor von der SS zu Fußmärschen in andere Lager gezwungen worden. Viele sind auf diesen Todesmärschen gestorben oder wurden währenddessen ermordet. Seit 1996 ist der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz ein offizieller Gedenktag in Deutschland. 2005 ernannten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

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