Von der Integration zur Inklusion

Siehe Pressemitteilung. Foto: Thomas Kunz

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Neue Vereinbarung zur Beschäftigung schwerbehinderter und chronisch erkrankter Menschen unterzeichnet

Enge Zusammenarbeit im universitären Alltag, ein neues Inklusionsteam, Regelungen und Verfahren zu Personalentscheidungen und Beschäftigung, regelmäßige Evaluationen: Das Rektorat, die Schwerbehindertenvertretung, die Inklusionsbeauftragten und der Personalrat der Universität Freiburg haben eine Inklusionsvereinbarung unterzeichnet. Gemeinsames Ziel ist, schwerbehinderten oder chronisch erkrankten Menschen verbesserte Chancen im Arbeitsund Berufsleben zu bieten sowie ihre Beschäftigung, Aus-, Fortund Weiterbildung zu fördern. ,,Inklusion betrachtet Menschen als vielfältige Individuen, die unabhängig von ihren Unterschieden gleichberechtigt und gleichwertig sind", sagt Kanzler Dr. Matthias Schenek . ,,Wir möchten die Rahmenbedingungen für unsere Beschäftigten so gestalten, dass eine Teilnahme am Arbeitsleben unabhängig von Behinderung oder chronischer Erkrankung möglich ist."

Dieser Ansatz bedeutet einen grundsätzlichen Wandel im Vergleich zur 2005 geschlossenen Integrationsvereinbarung. Deren Ausgangspunkt war der Gedanke, es gebe eine weitgehend homogene Mehrheitsgesellschaft, an die sich Außengruppen anpassen müssten. Inklusion dagegen sieht vor, dass sich die Rahmenbedingungen an das Individuum anpassen, indem sie so gestaltet werden, dass eine Teilhabe aller möglich ist. Die Universität Freiburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Beschäftigten mit Behinderung oder chronischer Erkrankung zu erhöhen. Dafür sieht die neue Vereinbarung eine Reihe von Maßnahmen vor. Eine entscheidende Rolle in der täglichen Arbeit an der Universität kommt dem Zusammenwirken von Inklusionsbeauftragten, Personalrat, Betriebsärztlichem Dienst, Schwerbehindertenvertretung und den schwerbehinderten Menschen zu. Ein neu zu gründendes Inklusionsteam soll ebenfalls dazu beitragen, das Thema innerhalb der Universität bekanntzumachen und dafür zu sensibilisieren. Die Inklusionsvereinbarung will zum einen Menschen mit Behinderungen oder chronisch erkrankter motivieren, ihre Rechte wahrzunehmen, und zum anderen Verständnis und Akzeptanz im Miteinander hinsichtlich der unterschiedlichen Stärken und Schwächen schaffen. Führungskräfte sowie alle weiteren Beschäftigten der Universität erhalten die Möglichkeit, an Schulungen, Projekten und Seminaren zum Thema Inklusion teilzunehmen.

Außerdem beschreibt die Inklusionsvereinbarung klare Regelungen und Verfahren - von der Stellenausschreibung über das Bewerbungsverfahren, die Personalentscheidung und die Beschäftigung bis hin zu einer möglichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Darüber hinaus geht die Universität weitere Selbstverpflichtungen ein: Zum einen wirkt die Stabsstelle Bauund Entwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit Vermögen und Bau Baden-Württemberg auf Barrierefreiheit bei Neuund Umbaumaßnahmen hin. Zum anderen sollen der Internetauftritt der Universität, das Intranet sowie IT-Produkte, soweit technisch möglich, ebenfalls barrierefrei sein. Wie gut die Maßnahmen wirken und wo es weiter Verbesserungsbedarf gibt, soll eine alle drei Jahre stattfindende Evaluation zum Thema Inklusion ermitteln.


Broschüre zur Inklusionsvereinbarung (pdf)

Bildunterschrift Helmut Waller, Vorsitzender des Personalrats, Petra Markmeyer-Pieles, Inklusionsbeauftragte, Manfred Zahn, Vertrauensmann der Schwerbehinderten, Hans-Jochen Schiewer, Rektor, Walter Willaredt, Inklusionsbeauftragter, und Matthias Schenek, Kanzler, bei der Unterzeichnung der Inklusionsvereinbarung.
Foto: Thomas Kunz