Vom ,Intellektuellen Film’ zu einer filmischen Ikonographie

Öffentliche Filmvorführung und Vortrag des Filmhistorikers Naum Kleiman am 19. November im Kino Arsenal / Kooperation mit der Kolleg-Forschergruppe ,,Cinepoetics - Poetologien audiovisueller Bilder" der Freien Universität Berlin

Der russische Filmhistoriker Naum Kleiman hält am 19. November 2018 auf Einladung der Freien Universität im Berliner Kino Arsenal einen Vortrag mit dem Titel ,,Vom ,Intellektuellen Film’ in OKTOBER zur Ikonographie in IWAN DER SCHRECKLICHE". Er betrachtet darin die Werke des russischen Regisseurs und Filmtheoretikers Sergej M. Eisenstein (1898-1948). Naum Kleiman zufolge sind die früheren und späteren Filme Eisensteins nicht als zwei gegensätzlichen Werkgruppen zu betrachten; stattdessen seien sie aufeinanderfolgende Stadien einer poetischen Entwicklung. Im Anschluss an den Vortrag wird Sergej M. Eisensteins Stummfilm Die Generallinie aus dem Jahr 1929 gezeigt. Begleitet wird der Film am Flügel von Leonid Nemirowski. Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt frei. Für den Film gelten die üblichen Eintrittspreise des Kino Arsenal. Die Veranstaltungssprache ist Deutsch. Der Vortrag ist Teil der Reihe Cinepoetics Lectures der Kolleg-Forschungsgruppe ,,Cinepoetics - Poetologien audiovisueller Bilder" der Freien Universität Berlin und der Filmuniversität KONRAD WOLF, die in Kooperation mit dem Kino Arsenal ausgerichtet wird.

Naum Kleiman ist Mitbegründer des namhaften Sergei-Eisenstein-Archivs, das er von 1967 bis 1985 leitete. Zudem ist er Mitbegründer der Moskauer Cinemathek Musej Kino, deren Leiter er von 1992 bis 2014 war. Seit 1988 unterrichtet Naum Kleiman als Dozent an der New York University, USA, sowie an der Deutschen Filmund Fernsehakademie Berlin. Er publizierte umfangreich zu Filmtheorie und Geschichte des sowjetischen sowie russischen Kinos. Naum Kleiman gilt als Spezialist für die Werke Sergej M. Eisensteins; er half mit bei der Rekonstruktion von Eisensteins Filmen Beshinwiese , Die Generallinie und Panzerkreuzer Potemkin . Naum Kleiman ist FIPRESCI-Preisträger für eine Retrospektive, die er im Rahmen des Moscow International Film Festivals kuratierte. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche weitere Auszeichnungen. Im Jahr 1993 wurde er zum Mitglied der European Film Academy gewählt. Zudem fungierte er als Jurymitglied und Berater auf Filmfestivals in Venedig, Leipzig, Toronto, Locarno und auf der Berlinale.

Im Rahmen der Cinepoetics Lectures werden bekannte Filmund Medienwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler eingeladen, einen ausgewählten Film zu präsentieren und in einen thematischen Kontext zu setzen. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Kolleg-Forschergruppe ,,Cinepoetics - Poetologien audiovisueller Bilder" hat im Oktober 2015 ihre Arbeit aufgenommen; sie ist eine Einrichtung der Freien Universität Berlin und entstand in Kooperation mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich mit der These, dass filmische Bilder als Akteure im Diskurs audiovisueller Bilder zu verstehen sind, die beständig die Formen menschlichen Wahrnehmens, Fühlens und Denkens verändern beziehungsweise als neue Formen des Denkens auftreten.