Vernetzung fördern: Exzellenzcluster "Mathematik Münster" feiert Start

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Freuen sich über die Eröffnung des Exzellenzclusters: WWU-Rektor    Johannes Wes

Freuen sich über die Eröffnung des Exzellenzclusters: WWU-Rektor Johannes Wessels (r.), die beiden Clustersprecher Mario Ohlberger (l.) und Christopher Deninger sowie die wissenschaftliche Geschäftsführerin Anne Schindler. © WWU - Peter Leßmann

Mit einem dreitägigen Eröffnungskolloquium hat der neue Exzellenzcluster „Mathematik Münster: Dynamik - Geometrie - Struktur“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) jetzt offiziell seine Arbeit aufgenommen. 15 renommierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neun Ländern gaben im Eröffnungskolloquium Einblick in ihre aktuelle Forschung.

Das Spektrum der Beiträge reichte dabei von angewandter bis zu theoretischer Mathematik. So sprach beispielsweise Gigliola Staffilani vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) über dispersive Differentialgleichungen, die unter anderem die Ausbreitung von Lichtoder Wasserwellen sowie die Quantenmechanik beschreiben. Geordie Williamson von der University of Sydney gab einen überblick über neue Bezüge zwischen Darstellungstheorie und Geometrie: zwei Bereiche der theoretischen Mathematik, deren Verbindung faszinierende neue Einsichten verspricht. Auch Peter Scholze von der Universität Bonn hielt einen Vortrag - er hatte 2018 die Fields-Medaille, die weltweit höchste Auszeichnung für Mathematiker, erhalten.

Die Breite der Themen spiegelte ein Grundprinzip des Exzellenzclusters wider: die starke Vernetzung der mathematischen Teildisziplinen. „Diese sind mittlerweile so spezialisiert, dass sich Mathematiker untereinander oft nicht mehr verstehen“, sagte Christopher Deninger, der mit Mario Ohlberger als Sprecher des Exzellenzclusters fungiert. Doch um mathematische Fragestellungen der heutigen Zeit zu lösen - und damit oft auch Durchbrüche in anderen Disziplinen zu ermöglichen - seien gemeinsame Anstrengungen all dieser Teilbereiche erforderlich.

Das Eröffnungskolloquium war ein erster sichtbarer Schritt, um diese Vernetzung zu fördern. Dazu gehörte natürlich nicht nur der fachliche Austausch, sondern auch das informelle Beisammensein: Der Fachbereich und seine Gäste trafen sich beim Konzert „Das Schloss rockt“, das Christopher Deninger mitorganisiert hatte.

Der Exzellenzcluster „Mathematik Münster“ ist einer der wenigen rein mathematischen Cluster, die seit Januar dieses Jahres im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder gefördert werden. „Wir sehen dies als Bestätigung unseres ganzheitlichen Ansatzes und sind sehr stolz auf unseren Erfolg im wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren“, sagte Mario Ohlberger. „Die Mathematik ist in Münster schon seit Langem ein sehr starkes Forschungsfeld und profilgebend für die Universität. Der Exzellenzcluster erlaubt es nun, die Forschung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ein neues Niveau zu heben - national sowie international“, ergänzte Rektor Johannes Wessels. Zwei aufeinanderfolgende Sonderforschungsbereiche, vier Leibniz-Preise, eine Alexander-von-Humboldt-Professur, drei "European Research Council (ERC) Grants", ein Alfried-Krupp-Förderpreis und ein Max-Planck-Forschungspreis seien exemplarische Belege dafür.

Exzellenzcluster „Mathematik Münster“:

Der Exzellenzcluster „Mathematik Münster: Dynamik - Geometrie - Struktur“ baut die Mathematik in Münster zu einem Forschungszentrum mit hoher internationaler Sichtbarkeit aus und nimmt mathematische Fragen von fundamentaler Bedeutung in Angriff. Dabei wird die Mathematik als organisches Ganzes mit vielfältigen Querverbindungen gesehen. Der Cluster folgt drei Grundprinzipien: der Vernetzung mathematischer Teildisziplinen auf allen Ebenen, der bestmöglichen Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Stärkung der Chancengleichheit und besseren Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Weitere Informationen sind unter www.mathematics-muenster.de zu finden.

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