Unterstützung für Göttinger Geowissenschaften

Geologischer Querschnitt des Leinetals aus den 1930er-Jahren. Eine neue Software

Geologischer Querschnitt des Leinetals aus den 1930er-Jahren. Eine neue Software ermöglicht Forschenden und Studierenden der Universität Göttingen künftig die geologische Modellierung von Gesteinsschichten bis in viele Kilometer Tiefe. Foto: Universität Göttingen

Software-Spende ermöglicht geologische Modellierung von Gesteinsschichten

(pug) Unterstützung für die Göttinger Geowissenschaften: Eine neue Software ermöglicht Forschenden und Studierenden der Universität Göttingen künftig die geologische Modellierung von Gesteinsschichten bis in viele Kilometer Tiefe. Bei der Software handelt es sich um eine Spende des britischen Unternehmens Petroleum Experts. Die Spende umfasst Lizenzen im Wert von mehr als einer Million Pfund. ‘Wir sind Petroleum Experts sehr dankbar für die großzügige Förderung unserer Forschung’, sagt Jonas Kley vom Geowissenschaftlichen Zentrum der Universität Göttingen. ‘Da wir mehrfache Lizenzen erhalten haben, können wir das Programm auch sehr gut in der Lehre einsetzen.’



Ein Beispiel für den künftigen Einsatz der Software ist das Leinetal. ‘Der steile Anstieg des Geländes zum Göttinger Wald bildet einen großen Bruch im Untergrund ab’, erläutert Kley. An der Erdoberfläche lässt sich die Linie des Bruchs kartieren, unklar ist jedoch, wie und wie tief der Bruch im Boden verläuft. Selbst geophysikalische Untersuchungen wie die seismische Erkundung der Universität Göttingen 2015 konnten auf diese Frage keine eindeutige Antwort liefern.



Mit der neuen Software lassen sich nun die Effekte modellieren, die zum Beispiel eine nach unten verflachende Störung auf die Neigung der Gesteinsschichten und ihre Verteilung im Leinetal hätte. ‘Diese Vorhersagen können wir mit der geologischen Karte und der seismischen Erkundung vergleichen und so verschiedene Hypothesen testen’, so Kley. ‘Das Ganze geht so schnell, dass unsere Studierenden es in Lehrveranstaltungen selbst ausprobieren können.’



Ob die Störung steil oder flach verläuft, hat womöglich auch Einfluss auf die zukünftige Energieversorgung von Universität und Universitätsmedizin Göttingen. Wenn diese künftig geothermische Energie nutzen wollen, wäre eine Möglichkeit, zerrüttete und deshalb Wasser führende Gesteine entlang der Störung anzubohren - allerdings erst in einer Tiefe von vier bis fünf Kilometern, wo das Wasser heiß genug ist. Geologische Modellierung mit der neuen Software erlaubt eine Vorhersage, wo die Störung diese Tiefe erreicht und eine Bohrung anzusetzen wäre: ob noch im Göttinger Stadtgebiet oder womöglich erst viel weiter im Westen.



Goldschmidtstraße 3, 37077 Göttingen

Telefon (0551) 39-7930

E-Mail: jkley [at] gwdg (p) de

Internet: www.uni-goettingen.de/de/prof.+dr.+jonas+kley/410082.html

This site uses cookies and analysis tools to improve the usability of the site. More information. |