"Unsere Promovierenden und Postdoktoranden sollen sich untereinander kennenlernen"

Noelia Alonso Gonzalez und    Timo Betz © WWU - Kathrin Nolte

Noelia Alonso Gonzalez und Timo Betz © WWU - Kathrin Nolte

Über den eigenen Tellerrand schauen: Die WWU bereitet Nachwuchsforscher nicht nur dezentral in den Fachbereichen durch vielfältige Qualifizierungsmöglichkeiten auf eine wissenschaftliche Laufbahn vor. Auch über die Fachbereichsgrenzen hinaus gibt es zahlreiche zentrale Unterstützungsangebote. Dabei nimmt die Nachwuchskultur unter den Promovierenden und PostDocs einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Der interdisziplinäre Austausch und die gegenseitige Vernetzung sind sowohl für die Forschungsarbeit als auch für die persönliche Entwicklung von Bedeutung. Stellvertretend für die zahlreichen Angebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Münster stellen wir zwei Formate vor:

Der "Brownbag-Lunch" des Exzellenzclusters "Cells in Motion"

Der Konferenzraum im fünften Stock des Ost-Turms im Universitätsklinikum Münster ist donnerstagmittags immer gut besucht. Von 12 bis 13 Uhr treffen sich Nachwuchswissenschaftler dort zum "Brownbag-Lunch" des Exzellenzclusters "Cells in Motion" (CiM). Bevor die angehenden Doktoren und Postdoktoranden Platz nehmen, laufen sie am Büfett vorbei und decken sich kostenlos mit belegten Brötchen, Kuchen oder Obst ein. Während die Referenten auf Englisch ihre Projekte zu Themen der Zelldynamik und biomedizinischen Bildgebung in lockerer und freundlicher Atmosphäre vorstellen, essen die Besucher und hören interessiert zu. Den „Brownbag-Lunch“ des CiM gibt es bereits seit 2013. Mit mehr als 170 Vorträgen und knapp 7.000 Teilnehmern hat sich die mittägliche Vortragsreihe längst etabliert. Die Nachwuchsgruppenleiter Dr. Sebastian Rumpf und Milos Galic sowie Timo Betz, der ebenfalls als Nachwuchsgruppenleiter im Exzellenzcluster anfing, organisieren von Beginn an das Format. Seit 2018 verstärken Dr. Noelia Alonso Gonzalez und Maria Bohnert das Team. "Unsere Promovierenden und Postdoktoranden sollen sich untereinander kennenlernen, ihre Forschungsvorhaben vorstellen und Kontakte knüpfen. Dafür gab es früher keine Plattform", erklärt Timo Betz. "Auch das Präsentieren außerhalb des eigenen Arbeitsumfelds ist uns wichtig." Die jungen Forscher kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen - aus der Medizin, Biologie, Chemie, Pharmazie, Physik, Mathematik und Informatik. Neben den Projektvorstellungen gibt es immer wieder auch Infos und Tipps für die wissenschaftliche Karriere und zu Fördermöglichkeiten. Der "Brownbag" - die braune Lunchpaket-Tüte - ist das Symbol für die Treffen zur Mittagszeit. Auch die Graduate School of Politics am Institut für Politikwissenschaft organisiert regelmäßig einen "Brownbag-Lunch".

Die Begrüßung der neuen PostDocs an der WWU

Networking - Austausch - Willkommenskultur: Das WWU Graduate Centre veranstaltet seit 2017 einmal jährlich die Begrüßung der neuen PostDocs - der Postdoktoranden, Habilitanden, Nachwuchsgruppenleiter und Juniorprofessoren - an der Universität Münster. Zu Beginn des Wintersemesters stellen sich im Oktober neben dem WWU Graduate Centre weitere Einrichtungen wie die Forschungsförderungsberatung "safir", das Welcome Centre des International Office, die Universitätsund Landesbibliothek oder das Zentrum für Hochschullehre vor. "Eine Begrüßung speziell für die PostDocs gab es an der WWU vorher nicht. Deshalb ist unser Angebot ein wichtiger Bestandteil der Willkommenskultur an der Universität", betont Annah Keige-Huge, Koordinatorin für die Betreuung der PostDocs am WWU Graduate Centre. "Die neuen PostDocs sollen sich über die eigenen Fachbereichsgrenzen hinaus kennenlernen und sich interdisziplinär vernetzen. Neben der Vorstellung der verschiedenen Universitätseinrichtungen steht der gemeinsame Austausch an diesem Nachmittag im Mittelpunkt. Deshalb sind auch die Nachwuchskräfte willkommen, die schon länger in Münster arbeiten." Das Veranstaltungsformat ist Teil des PostDocs-Programms, das Annah Keige-Huge seit 2016 aufbaut und verantwortet. Vielfältige Kurse, Workshops und Beratungsangebote zu den Themen "soft skills" (weiche Faktoren wie etwa soziale Kompetenz) und akademisches Arbeiten sowie Karriereorientierung und Karriereplanung unterstützen die promovierten Wissenschaftler auf dem Weg zur Professur.