Uigurische Autorin Gülnisa Erdal liest an der Freien Universität Berlin

Die uigurische Schriftstellerin Gülnisa Erdal stellt am 24. November um 18 Uhr an der Freien Universität Berlin ihren Roman ,,Banus Erlösung" vor, in dem es um die Situation der Uiguren in der chinesischen Region Xinjiang geht. Organisiert wird die deutsch-chinesische Lesung gemeinsam vom Institut für Chinastudien und vom Institut für Osmanistik und Turkologie der Hochschule. Nach der Lesung ist ein Gespräch mit dem Publikum geplant.

In der aktuellen Diskussion um das Geschehen in Xinjiang fanden bislang nur wenige authentische Stimmen aus der Region nach Europa. ,,Banus Erlösung" ist der erste Roman aus dem heutigen Xinjiang, der ins Deutsche Übersetzt wurde. ,,Auf Chinesisch von einer Uigurin verfasst, stellt er einen besonderen Beitrag zur internationalen chinesischsprachigen (sinophonen) Literatur dar", betont Andreas Guder vom Institut für Chinastudien.

Der Roman erzählt von der Universitätsdozentin Banu, die 2017 aus dem Ausland nach Hause zurückkehrt, weil sie angesichts der vielen erschreckenden Nachrichten und Gerüchte wissen will, was mit ihren uigurischen Verwandten und Landsleuten in Xinjiang tatsächlich passiert. Gleich bei ihrer Ankunft wird sie von der alles Überwachenden Staatsmacht erfasst und läuft Gefahr, in ein Umerziehungslager verbracht zu werden. Im Rahmen der polizeilichen Verhöre blickt Banu auf ihre eigene Vergangenheit zurück und muss erkennen, welche ungeahnte Bedeutung frühere Liebesbeziehungen und Phasen ihres Lebens im Angesicht der Staatsmacht plötzlich bekommen, und wie sie zu einer Gefangenen im eigenen Land wird.

Xinjiang ist eine Provinz im Nordwesten Chinas, in der das muslimische Turkvolk der Uiguren lebt. Wegen systematischer Menschenrechtsverletzungen an der uigurischen Minderheit durch die Kommunistische Partei Chinas erlangte die Region zuletzt international Aufmerksamkeit.

Gülnisa Erdal, zweisprachig mit der Bildungssprache Chinesisch aufgewachsen, war Hochschuldozentin in Xinjiang. Vor wenigen Jahren hat sie China verlassen und lebt heute in Deutschland. Anhand der Geschichte Banus verarbeitet sie literarisch fremde und eigene Erfahrungen und Erlebnisse aus dem heutigen Xinjiang.

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