Über die diffizile Kunst, Theorien zu übersetzen

Mit den Herausforderungen bei der Übersetzung von Theorien befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler während einer internationalen Tagung vom 22. bis 24. November an der Freien Universität Berlin. Im Mittelpunkt der Konferenz am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft stehen die Eigenheiten, Probleme und die Grenzen bei der Übertragung theoretischer Texte in andere Sprachen. Die geladenen Referentinnen und Referenten rücken neben übersetzungstheoretischen und -praktischen Perspektiven auch ideengeschichtliche, philosophische und literaturwissenschaftliche Aspekte in den Blick. Anhand von Einzelstudien sollen dabei drei miteinander verknüpfte Themenfelder erörtert werden: Die Geschichte der Theorieübersetzung, die Theorie des Übersetzens sowie deren Geschichte. Konzipiert wurde die Tagung vom Literaturwissenschaftler Wolfgang Hottner. Sie ist öffentlich, der Eintritt frei.

Die Übersetzung wissenschaftlich-theoretischer Texte in andere Sprachen ist entscheidend für die Wahrnehmung, Verbreitung und den Austausch von Ideen über Sprachgrenzen hinweg. ,,Eine Übersetzung ist aber nicht nur das Echo ihres übersetzten Originals", erklärt Wolfgang Hottner, ,,sondern Ausdruck der diskursiven, hermeneutischen und publizistischen Strukturen, in die ein Text, ein Begriff, eine Metapher oder ein Wort überführt wurde."

Die dreitägige Konferenz ,,Theorie übersetzen" soll ein Duzend kurze Schlaglicht-Vorträge umfassen, deren Thesen, Streitfragen und Anregungen auf dem Podium von Übersetzerinnen und Übersetzern wie auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutiert werden. So sollen Fragen zur Geschichte, Rezeption und Aktualität wie auch zum Nachleben übersetzter Theorietexte gestellt werden - vornehmlich des französischen Strukturalismus und Poststrukturalismus. Die Probleme und Grenzen der sprachlichen Übertragung dieser Texte, ihrer Begriffe und Neologismen stehen im Mittelpunkt vieler Vorträge und Debatten. Es geht um das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis der Translation sowie darum, wie revisionsbedürftig und verantwortbar Übersetzungen sind, die ihre Originaltexte mehr oder weniger verfremden.

Zeit und Ort

  • 22. November bis 24. November 2018.
    Beginn: Donnerstag, 22. November 2018 um 15.30 Uhr.
  • Freie Universität, Seminarzentrum, Otto-von-Simson-Str. 26, 14195 Berlin, U-Bhf. Freie Universität/Thielplatz oder Dahlem-Dorf (U3).

www.geisteswissensch­aften.fu-berlin.de/we03/institut/termine/Theorieuebersetzungsgeschichte.html