Stiftungsrat ehrt Universitätsmitglieder für besondere Aktivitäten und Leistungen

Der Stiftungsratsvorsitzende  Wilhelm Krull mit den Preisträgerinnen und Preistr

Der Stiftungsratsvorsitzende Wilhelm Krull mit den Preisträgerinnen und Preisträgern des Jahres 2018. Rechts Tim Salditt in Vertretung für den Preisträger Eberhard Bodenschatz.

Preise 2018 in Höhe von 12.000 Euro im Rahmen des Jahresabschlussempfangs verliehen

(pug) Der Stiftungsrat der Universität Göttingen hat auch in diesem Jahr wieder Mitglieder der Georgia Augusta für besondere universitäre Aktivitäten und Leistungen ausgezeichnet. Die Preise des Stiftungsrates 2018 wurden je einmal in den Kategorien ,,Fundraising", ,,Herausragende Nachwuchspublikationen" und ,,Sonderpreis" sowie zweimal in der Kategorie ,,Herausragendes Engagement in der Hochschullehre" verliehen. Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender des Stiftungsrates, überreichte die Auszeichnungen am Donnerstag, 6. Dezember 2018, im Rahmen des Jahresabschlussempfangs der Universität Göttingen in der Aula am Wilhelmsplatz. Bis auf den Sonderpreis sind die Preise mit jeweils 3.000 Euro dotiert. Finanziert werden sie durch den Verzicht einiger Mitglieder des Stiftungsrates auf die Aufwandsentschädigung, die sie für ihre Tätigkeit im Stiftungsrat erhalten.

In der Preiskategorie ,,Fundraising und weitergehendes besonderes Engagement für die Stiftungsuniversität Göttingen" werden originelle Ideen ausgezeichnet, bei denen es vor allem auf das Erschließen neuer Einnahmequellen ankommt. In dieser Kategorie wurde Dr. Frank Müller vom Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen für sein Projekt ,,Dictum - Friedland" geehrt. Bei ,,Dictum" handelt es sich um eine digitale Kommunikationshilfe, die versucht, Sprachund Verständigungsprobleme zwischen Ärzten und Geflüchteten zu lösen, indem beispielsweise alle Gesprächsinhalte für Analphabeten in Audiooder Videoform vorliegen. Seit Herbst 2017 ist ,,Dictum" in der Krankenstation des Grenzdurchgangslagers Friedland im Einsatz. im weiteren Verlauf soll das Projekt auf fünf allgemeinmedizinische Praxen in Südniedersachsen erweitert werden, die schwerpunktmäßig Menschen mit Migrationserfahrung behandeln. Die Finanzierung des Projekts in Höhe von 335.000 Euro warb Müller bei regionalen und überregionalen Förderern ein.

In der Kategorie ,,Herausragendes Engagement in der Hochschullehre" zeichnete der Stiftungsrat Dr. Carsten Bramlage von der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie an der Universitätsmedizin Göttingen aus. Bramlage hatte gemeinsam mit einem Team das erste E-Learning-Programm im Studium der Humanmedizin für das Fach Nephrologie entwickelt. Das Programm enthält alle wesentlichen und klausurrelevanten Teilgebiete der Nephrologie. Studierende können es über Stud.IP an jedem beliebigen PC mit Internetzugriff abrufen.

In derselben Kategorie wurden Antonie Fuhse und Dr. Julia Koch vom Institut für Ethnologie stellvertretend für die AG Gemeinsames Lehren und Lernen geehrt. Da die Ethnologie kein Schulfach ist, gibt es trotz des allgemeinen Ausbaus der Hochschuldidaktik nach wie vor keine gezielte Didaktik der Ethnologie. In der Arbeitsgruppe, die sich seit dem Sommersemester 2018 alle zwei Wochen am Institut trifft, tauschen sich Lehrende und Studierende regelmäßig zur Gestaltung der Lehre in der Ethnologie aus. Ein Themenabend widmete sich konkret der Diskussion des am Institut zirkulierenden Papiers ,,Macht_kritische Ethnologie! Eine Reflexion über das Institut für Ethnologie in Göttingen".

Den Preis des Stiftungsrates für ,,Herausragende Nachwuchspublikationen" erhielt Dr. Céline Wenhold für ihre Dissertation am Institut für Wirtschaftsund Medienrecht. In ihrer Arbeit mit dem Titel ,,Nutzerprofilbildung durch Webtracking - Zugleich eine Analyse der Defizite des Datenschutzrechts im Zeitalter von Big Data-Anwendungen" formuliert Wenhold im Hinblick auf die aktuellen technischen Entwicklungen unter anderem eine eigene Neuregelung des Datenschutzrechts zum Schutz der Selbstbestimmung von Internetnutzern.

Mit dem ,,Sonderpreis" wurde Eberhard Bodenschatz für sein herausragendes Engagement für den ,,Göttingen Campus" geehrt. Der Göttingen Campus ist der Zusammenschluss der Universität und Universitätsmedizin mit acht außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen am Standort. Bodenschatz ist Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und Professor am Institut für Nichtlineare Dynamik der Fakultät für Physik. Neben dem Göttingen Campus setzte er sich auch für die Einrichtung des Campusinstituts ,,Dynamik biologischer Netzwerk", die Max-Planck-School ,,Matter to life" in Göttingen sowie die Internationale Schule am Göttinger Felix-Klein-Gymnasium ein. Bodenschatz war und ist Mitglied in zahlreichen Gremien, unter anderem im Göttingen Campus Council und im Vorstand der Göttinger Graduiertenschule GAUSS. Darüber hinaus engagierte er sich bei der Entwicklung der Fakultät für Physik und in der Lehre insbesondere beim Aufbau des Schwerpunktes Biophysik und komplexe Systeme.