Stadt der Zukunft: Wie die Mobilitätswende mithilfe Künstlicher Intelligenz gelingen kann

Smarte Apps und Services im Bereich Mobilität, Logistik und Energie sollen unserSmarte Apps und Services im Bereich Mobilität, Logistik und Energie sollen unsere Städte grüner und lebenswerter machen. Grafik: Bauhaus.MobilityLab Download-Version

Seit drei Jahren werden unter Federführung der Bauhaus-Universität Weimar in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt neue Mobilitätskonzepte entwickelt, erprobt und analysiert. Zeit für eine Zwischenbilanz: In einer ganztägigen Schau aus Vorträgen, Pitches und Diskussionen präsentiert das »Bauhaus.MobilityLab« am Mittwoch, 30. November 2022, von 10 bis 18 Uhr in der Zentralheize Erfurt bisherige Projektergebnisse, stellt smarte Dienstleistungen im Bereich Mobilität, Energie und Logistik vor und zeigt ungenutzte Potenziale für interessierte Kooperationspartner auf.

Ohne Stau zur Arbeit? Emissionsfrei Pakete zustellen? Das Elektroauto unkompliziert mit lokal erzeugter Energie betanken? Wenn es nach den Expert*innen des Bauhaus.MobilityLab geht, muss das keine Utopie bleiben. Ideen und Lösungsansätze gibt es viele: Intelligente Ampelschaltungen, um den Verkehrsfluss zu optimieren und die Innenstädte zu entlasten. E-Bikes oder Lastenräder für Logistikunternehmen, um die Paketauslieferung in engen urbanen Räumen zu vereinfachen. Bis hin zu intelligenten Ladestationen, die den Tarif für Elektroautos an den aktuellen Strompreis anpassen.

Was in der Realität noch nicht funktioniert, soll zunächst einen digitalen Testlauf bestehen: Dafür ist es notwendig so viele Daten wie möglich zu sammeln. »Auf Basis umfassender Analysen zur Verkehrs-, Energieund Umweltlage der Stadt Erfurt entsteht derzeit eine cloudbasierte Datenbank«, erläutert Prof. Uwe Plank-Wiedenbeck von der Bauhaus-Universität Weimar. »Darauf aufbauend können beispielsweise Zusammenhänge zwischen Verkehrslage und Schadstoffaufkommen hergestellt, neue Lösungsansätze entwickelt und mithilfe von Simulationen digital erprobt werden.«

Mobilität neu denken: Einblick ins Reallabor Erfurt

Die besten Ideen und Anwendungen durchlaufen anschließend einen Praxistest im sogenannten Reallabor, der Stadt Erfurt. Dabei besonders im Blick: der Gothaer Platz im Westen der Stadt. Warum der Platz zentral für Erhebungen im Bereich Individualverkehr und öffentlicher Personennahverkehr ist, erfahren Interessierte im Rahmen der Projektschau »Bauhaus.MobilityLab - IN.SIGHT« am 30. November. Welche Erkenntnisse bereits vorliegen und wo noch Datenlücken geschlossen werden sollen, wird ebenfalls im Rahmen der Veranstaltung thematisiert. So soll beispielsweise 2023 eine große Befragung zum Mobilitätsverhalten der Erfurter*innen durchgeführt werden. Darüber hinaus stellen sich verschiedene Start-Ups sowie die Bildungsinitiative »KI macht Schule« vor. Abgerundet wird das Programm durch PKW-Testfahrten, welche veranschaulichen, wie ein Ampelphasenassistent funktioniert, ergänzt durch geführte Touren mit einer Mobilitätsapp sowie zum Forschungsknotenpunkt Gothaer Platz.

über das »Bauhaus.MobilityLab«

Das interdisziplinäre Konsortium unter Federführung der Fraunhofer-Gesellschaft, der Bauhaus-Universität Weimar sowie der INNOMAN GmbH, hatte sich erfolgreich am »KI-Innovationswettbewerb« des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz beteiligt. Mit einem Projektvolumen von rund 20 Millionen Euro werden im »Bauhaus.MobilityLab« seit Frühjahr 2020 innovative, KI-basierte Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität, Logistik und Energie entwickelt und unter realen Bedingungen in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt erprobt. Bereitgestellt werden die Anwendungen auf einer Cloud-Plattform, die Daten aus unterschiedlichen Bereichen wie Verkehr, Logistik und Energie zusammenführt.