Sprache im Spannungsfeld von Rede, Schrift, Gestik, Mimik und Gebärde erforschen

Am 6. und 7. Juni findet mit der LingCologne eine internationale sprachwissenschaftliche Konferenz an der Universität zu Köln statt, die die Methode der multimodalen Sprachanalyse weiter vorantreibt. Multimodalität bedeutet, dass sprachliche Inhalte in Schriftzeichen, Lauten, aber auch Gesten oder Gebärden transportiert werden können. So tragen bei natürlichen Äußerungen auch Gestik und Mimik einen erheblichen Teil zur Bedeutung des gesprochenen Wortes bei.

Termin:
Donnerstag, 6. Juni 2019, ab 9:00 Uhr
,,LingCologne 2019: Multimodality"
Universität zu Köln, Hauptgebäude, Aula 2, Neuer Senatssaal, und Dozentenzimmer, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
( lageplan.uni-koeln.d­e/#!100)

Keynote-Sprecher Roland Pfau von der Universität Amsterdam beispielsweise hat das Phänomen des Kopfschüttelns analysiert - wie es von einer reinen Geste zu einer eigenen Grammatik gefunden hat. Um solche Analysen auf verschiedenen Ebenen anstellen zu können, müssen Audioaufnahmen von Sprache um Videoelemente ergänzt werden, die die Körpersprache miterfassen. Aus den Analysen lassen sich spannende Rückschlüsse zum Zusammenhang von Sprache und Denken ziehen, aber sie ermöglichen es auch, zum Beispiel besonders überzeugende politische Reden konkreter zu beschreiben.

Mithilfe der Mutimodalität sollen die Bereiche geschriebene und gesprochene Sprache sowie Gestik besser miteinander verknüpft und das Analysepotenzial erweitert werden - auch mit Blick auf Gebärdensprache, zu der der multimodale Ansatz neue Möglichkeiten der Grundlagenforschung bietet.

Die Sprachwissenschaft ist in diesem Jahr zum sechsten Kernprofilbereich ,,Skills and Structures in Language and Cognition" der Universität zu Köln ernannt worden. LingCologne wird vom Cologne Center for Language Sciences (CCLS) in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich 1252 ,,Prominenz in Sprache" ausgerichtet.