Sojuz-Rakete bringt UWE-4 erfolgreich ins All

UWE-4 mit aktiven Elektroantrieben in seiner Umlaufbahn, Montage.   (   K. Schil

UWE-4 mit aktiven Elektroantrieben in seiner Umlaufbahn, Montage. ( K. Schilling/Uni Würzburg)

Am 27. Dezember 2018 hat eine russische Soyuz-Trägerrakete ,,UWE-4" in den Orbit gebracht. Raumfahrtinformatiker der Uni Würzburg nutzen bei UWE-4 erstmals Elektroantriebe, um dessen Umlaufbahn zu kontrollieren.

UWE-4 wurde unter Federführung von Philip Bangert und Alexander Kramer, die als Doktoranden in der Informatik bei Professor Klaus Schiling tätig waren, und zahlreicher Studenten realisiert. Diese konnten so mit ihren Beiträgen bereits während des Studiums praktische Erfahrung in einem Weltraumprojekt sammeln, was von den späteren Arbeitgebern in der Raumfahrtindustrie und an Forschungsinstituten sehr geschätzt wird.

UWE-4 nutzt erstmals Elektroantriebe

Man nutzt bei UWE-4 sogenannte FEEP-Antriebe (Field Emission Electric Propulsion). Eine Nadel wird mithilfe von Kapillarkräften mit dem Flüssigtreibstoff Gallium benetzt. Gallium ist ein Metall, das bereits knapp über Raumtemperatur flüssig wird. Durch die angelegte hohe Spannung von bis zu 12 kV können einzelne Gallium-Ionen von der Nadel gelöst und durch eine Lochkathode in den Weltraum beschleunigt werden. Die Ionen werden dabei auf eine Geschwindigkeit von bis zu acht km/s beschleunigt. Dieser Impuls bewirkt nun nach dem Rückstoß-Prinzip eine Bewegung des Satelliten in die entgegengesetzte Richtung.

UWE-4 ist mit vier Triebwerken ausgestattet, die jeweils lediglich 0,25 g Treibstoff zur Ver ­ ­ gung haben. Durch diesen treibstoff-effizienten Elektroantrieb kann er über ein Jahr Störun ­ gen seiner Umlaufbahn korrigieren. Nach Ende seiner Mission wird er so gezielt auf einen Ab ­­­ sturzorbit gebracht werden und kann damit seine Verweildauer im All um mehrere Jahre verringern.

Mehr zum Satellitenstart und den Innovationen von UWE-4 in dieser einBLICK-News vom 18.12.2018