Sofja Kovalevskaja-Preis: Schweizer Planeten-Geologe forscht an der WWU

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Ottaviano Ruesch © privat

Ottaviano Ruesch © privat

Sechs internationale Forschertalente erhalten in diesem Jahr einen der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland - den „Sofja Kovalevskaja-Preis“ der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Der Schweizer Planeten-Geologe Dr. Ottaviano Ruesch ist einer der Preisträger und wird demnächst an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) forschen. Der 32-Jährige hat sich das Institut für Planetologie ausgesucht, um sich dort mit seinem Preisgeld von bis zu 1,65 Millionen Euro eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Gastgeber an der WWU ist Planetologe Harald Hiesinger.

„Es ist eine großartige Gelegenheit, am Institut für Planetologie in Münster zu arbeiten, einer der besten Forschungseinrichtungen in Deutschland und weltweit“, betont Ottaviano Ruesch. „Mit unserem Forschungsvorhaben können wir unser Wissen über Planeten erweitern und uns auf zukünftige Untersuchungen des Sonnensystems vorbereiten.“

Der Sofja-Kovalevskaja-Preis geht einmal jährlich an herausragende Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, bis zu fünf Jahre lang an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu arbeiten und sich dort innovativen Projekten zu widmen. Finanziert wird der Preis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die offizielle Preisverleihung findet im November in Berlin statt.

Zur Forschung von Ottaviano Ruesch:

Wie ist die Erde entstanden? Wie kam es zu den Anfängen des Lebens? Diesen Fragen können Wissenschaftler auf die Spur kommen, indem sie das Sonnensystem erforschen. Entscheidende Hinweise liefern Planeten wie der Mars oder bestimmte Asteroiden, die der Erde zum Beispiel in der Gesteinsund Oberflächenstruktur ähneln. Ottaviano Ruesch wird den sogenannten Regolithen erforschen - das ist die äußere Schicht eines Planeten, in die Wasser und organische Substanzen eingebettet sind. Diese zwei Stoffe sind für die Entstehung des Lebens besonders relevant. Ottaviano Ruesch nutzt sowohl Messungen von Raummissionen auf dem Mars und auf Asteroiden als auch Laborexperimente unter simulierten Bedingungen. Bei diesen Untersuchungen kooperiert er mit zahlreichen internationalen Partnern. Besonderes Augenmerk legt der Geologe auf den Prozess des Gesteinsabbaus durch Tagestemperaturzyklen, der für die Entstehung des Regolithen zwar bekannt, aber noch weitgehend unerforscht ist. Ziel des Vorhabens ist es, besser zu verstehen, wie Planeten entstanden sind und sich entwickelt haben und darüber hinaus Wissenslücken zur Nutzung von Ressourcen zu schließen.

Zum Lebenslauf:

Ottaviano Ruesch wurde in der Schweiz geboren. Er studierte zunächst an der Universität Lausanne, bevor er für seinen Master-Abschluss nach Frankreich an die Universität Paris-Süd wechselte. Er wurde 2015 an der WWU promoviert und forschte anschließend als Postdoc bei der NASA im US-amerikanischen Greenbelt. Seit 2017 ist Ottaviano Ruesch als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) im niederländischen Noordwijk tätig.

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