Science-Fair: Schülerinnen und Schüler zeigen endlich wieder ihre wissenschaftlichen Projekte

Im Außenbereich der ’Science-Fair’ gab es u.a. Projekte zu antisemit

Im Außenbereich der ’Science-Fair’ gab es u.a. Projekte zu antisemitischen Verschwörungstheorien in der Coronazeit und zu Staubexplosion zu bestaunen. Foto: Löffler

Zwei Jahre mussten Macher wie Teilnehmer der ,,Science-Fair" aufgrund von Corona warten: Am vergangenen Mittwoch fand das Wissenschaftsfestival endlich wieder statt - nunmehr zum vierten Mal auf dem Campus Landau. Der Wettbewerb motiviert Schülerinnen und Schüler, sich außerhalb des Unterrichts mit eigenen Projekten Themen wissenschaftlich zu erarbeiten. Initiiert hat ,,Science-Fair" das PAMINA-Schulzentrum in Herxheim. Seit 2017 wird das Festival am Campus Landau unter der Schirmherrschaft von Michael Buback von der Georg-August-Universität Göttingen ausgerichtet, der öffentlichkeit durch sein 2008 erschienenes Buch ,,Der zweite Tod meines Vaters" bekannt. Über hundert Schülerinnen und Schüler zeigten in über 50 Projekten, wie faszinierend Wissenschaft sein kann.

,,Die Schulen aus der Region um Landau und darüber hinaus - von Dahn bis Worms - haben ihre Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu uns an die Universität in Landau geschickt, um zu zeigen, was alles möglich ist, wenn junge Menschen ihren Interessen folgen dürfen", freut sich Organisator Dr. Patrick Löffler. Der passionierte Physikdidaktiker, der mittlerweile Geschäftsführender Beauftragter des Zentrums für Lehrerbildung am Campus Landau ist, hat die ,,Science-Fair" vor fünf Jahren an die Universität geholt. Die Arbeiten, die die Schülerinnen und Schüler am vergangenen Mittwoch präsentierten, beeindruckten nicht nur die Jury, sondern auch den Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt: ,,Veranstaltungen wie die Science-Fair sind immens wichtig, denn der Lehrplan erlaubt es leider oft nicht, auf die verschiedenen Interessen der Schülerschaft detailliert einzugehen". Angesichts der Vielzahl von spannenden, kreativen Projekten und der Leistungsbereitschaft der Teilnehmenden war es für die 34-köpfige Jury aus Wissenschaft, Schule und Wirtschaft keine einfache Aufgabe, die Gewinner zu ermitteln. 

Ein Schuljahr lang hatten die Projektgruppen außerhalb des Unterrichts an den Themen in den Bereichen ,,Mensch & Gesellschaft" sowie ,,Natur & Technik" gearbeitet. Am Abend vergangenen Mittwoch standen die Siegerteams fest: In der Kategorie ,,Natur und Technik" siegte in der Mittelstufe das Projekt ,,UV-Licht in Laternenlicht", in dem das Team von Niklas Weinmann, Anton Kern und Lina Kußmann vom Gauß-Gymnasium Worms untersuchte, wie sich durch den Einsatz von Filtern dem Insektensterben entgegenwirken lässt. In der Oberstufe Überzeugte das Projekt ,,Erst durch die Schleuder, dann durchs Labor - Analyse von Honig" von Josephine Link, Viviane Rumsey, Marie Thérèse Dury und Anna Huppert vom Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium Dahn. Das Team Überprüfte verschiedene Honigsorten auf Schadstoffe. In der Kategorie ,,Mensch und Gesellschaft" ging der Mittelstufen-Preis an Hannah Seidel und Julia Seidel von der Jugend forscht AG Neustadt und dem Leibniz Gymnasium Neustadt. Mit ,,Wasserrad 2.0 Wasserräder im Speyerbach" machten die beiden Versuche, um die Energiegewinnung zu optimieren. Mit ihrem Projekt über den ,,Niedergang der Kirche?" sicherten sich Yannic Hasselwander und Tobias Nikolaus von der IGS Kandel den Preis für die Oberstufe. 

Beim Zuschauerpreis Überzeugten Nils Kuhn und Anton Wilhelmi vom Gymnasium Herxheim mit ihrem Projekt ,,PolarPi", in dem sie alte Polaroidkameras mit Hilfe eines Raspberry Pi-Minicomputers und einem Kassenbon-Drucker zu neuem Leben erweckt haben. Die Preisgelder in Höhe von jeweils 300,- Euro stellte die Dieter-Kissel-Stiftung zur Verfügung. Der Freundeskreis der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau spendete einen Sonderpreis in Höhe von 300,- Euro. Diesen erhielt die ägyptische Austauschschülerin Mariam Hammady (Gymnasium in Herxheim), die in ihrem Projekt in deutscher Sprache die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem ägyptischen Schulsystem untersuchte. 

Durch den Tag führte Miriam Bellaire, die früher selbst als Schülerin am Gymnasium Herxheim an der ,,Science-Fair" teilnahm und nun im Master Lehramt an der Universität in Landau studiert. Dass Wissenschaftsfestival eröffneten Schülerinnen der IGS Kandel mit einer Tanzeinlage unter der Leitung von Almuth Fink-Rödel. Die als Schmetterlinge verkleideten Kinder zeigten, dass Einzigkeit (Motto der diesjährigen ,,Science-Fair") das Fundament von Vielfalt ist. 

Auch ein Tag für Lehramtsstudierende

Im Fokus der Science-Fair standen die Schülerinnen und Schüler mit ihren wissenschaftlichen Projekten. Doch auch Lehramtsstudierende waren aktiv. Viele haben die Gelegenheit genutzt, um im Rahmen der Profilierung des Studiums bildungswissenschaftliche Fragestellungen zu untersuchen. In selbst entwickelten Fragebögen haben sie die Schülerinnen und Schüler interviewt und können sich für die schriftliche Ausarbeitung Leistungspunkte im Fach Bildungswissenschaften anrechnen lassen. 

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