Provenienzforschung, Kunst- und Kulturgutschutzrecht

Drei neue Professuren für Provenienzforschung sowie Kunst- und Kulturgutschutzre

Drei neue Professuren für Provenienzforschung sowie Kunst- und Kulturgutschutzrecht: Ulrike Saß, Christoph Zuschlag und Matthias Weller vor den Gipsabgüssen des Paul-Clemen-Museum im Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn. © Foto: Meike Böschemeyer/Uni Bonn



Die neue Forschungsstelle Provenienzforschung, Kunstund Kulturgutschutzrecht an der Universität Bonn veranstaltet am Dienstag, 23. Oktober, 18:30 Uhr eine feierliche Auftaktveranstaltung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftungslehrstühle im Universitätsclub, Konviktstraße 9 in Bonn. Dort schließt sich am Mittwoch, 24. Oktober, zwischen 10 und 15:30 Uhr die erste Fachkonferenz der Forschungsstelle an. Medienvertreter sowie sonstige Interessierte sind zu beiden Veranstaltungen herzlich eingeladen! Um Anmeldung unter sekretariat.weller [at] jura.uni-bonn (p) de wird gebeten.


Das Thema Provenienzforschung sowie Kunstund Kulturgutschutzrecht ist hochaktuell - es reicht von unrechtmäßigen Enteignungen in der ehemaligen DDR und der einstigen Sowjetischen Besatzungszone über die Raubkunst der Nationalsozialisten bis hin zum kolonialen Erbe in ethnologischen Museen. Provenienzforschung untersucht die Herkunft und Geschichte von Kunstwerken und Kulturgütern im jeweiligen historischen Kontext. Die Universität Bonn hat zum Sommersemester 2018 auf Initiative der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung zwei Professuren eingerichtet, die durch die Stiftung finanziert werden. Am Kunsthistorischen Institut der Philosophischen Fakultät hat Christoph Zuschlag die Professur für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart (19.-21. Jh.) mit Schwerpunkt Provenienzforschung/Geschichte des Sammelns inne. An der Rechtsund Staatswissenschaftlichen Fakultät bekleidet Matthias Weller die Professur für Bürgerliches Recht, Kunstund Kulturgutschutzrecht. Zusätzlich hat die Universität mit Ulrike Saß eine Juniorprofessur für kunsthistorische Provenienzforschung geschaffen.

Am Dienstagabend, 23. Oktober 2018, stellen sich die Wissenschaftlerin und die zwei Wissenschaftler im Universitätsclub Bonn vor. Eröffnet wird die feierliche Auftaktveranstaltung durch den Unirektor Dr. h.c. Michael Hoch und Ursula Gather, Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Außerdem sprechen Ministerialdirektor Dr. Günter Winands, Staatssekretär a.D., Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie Dr. Hildegard Kaluza vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Erste Fachtagung der Forschungsstelle

Am Mittwoch, den 24. Oktober 2018, von 10 bis 15:30 Uhr im Uniclub veranstaltet die durch die drei Professuren ins Leben gerufene ,,Forschungsstelle Provenienzforschung, Kunstund Kulturgutschutzrecht (FPK)" ihre erste Fachtagung. Dabei geht es unter anderem um den Entzug von Kunstwerken in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Ist damit eine Aufgabe für die Provenienzforschung in ganz Deutschland verbunden? Dieser Frage geht Gilbert Lupfer von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nach. Anschließend berichtet Dr. Meike Hoffmann von der Freien Universität Berlin über NS-Provenienzforschung in Kooperation mit Nachfahren rassisch Verfolgter und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland. Jun.- Antoinette Maget Dominicé von der Ludwig Maximilians-Universität München geht auf den ehemaligen und aktuellen Umgang mit dem Erbe anderer Kulturen ein.

Im juristischen Teil am Nachmittag spricht Prof. James Bindenagel, Leiter des Center for International Security and Governance der Universität Bonn zu ,,An Unfinished Story of Artworks Looted during the Holocaust: The Washington Principles on Nazi-confiscated Art at Twenty Years". Haimo Schack von der Universität Kiel geht in seinem Vortrag auf die ,,zivilrechtlichen Auswirkungen des neuen Kulturgutschutzgesetzes: Importverbote und Transparenzpflichten" ein. Thomas Dreier vom Karlsruhe Institut für Technologie (KIT) spricht zur ,,Grundlegung für eine rechtliche Regulierung des Visuellen". Der juristische Teil der Fachtagung findet in Kooperation mit dem Institut für Kunst und Recht IFKUR e.V. statt.

Programm:
www.khi.uni-bonn.de/­de/nachrichten/auftaktveranstaltung-und-fachkonferenz-der-forschungsstelle-provenienzforschung-kunst-und-kulturgutschutzrecht-fpk