Proteine und Lipide - Bausteine molekularer Welten

Mit Proteinen und Lipiden - den Bausteinen molekularer Welten - und ihrer wechselhaften Beziehung beschäftigt sich die nächste Veranstaltung der Reihe ,,Überlebensstrategien". Referent ist Thomas Söllner, Forschungsgruppenleiter am Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg. Getragen wird die Veranstaltungsreihe von den Sonderforschungsbereichen der Ruperto Carola, in denen zentrale Fragen der molekularen Lebenswissenschaften bearbeitet werden; sie ist ein gemeinsames Projekt mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Veranstaltung ,,Lipid/Protein-Komplexe" findet am 11. April 2019 im Karlstorbahnhof statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Wie überleben Lebewesen - vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen - unter widrigen Umständen und schwierigen Bedingungen? Mit der Reihe ,,Überlebensstrategien" suchen die lebenswissenschaftlichen Forscher der Universität Heidelberg das Gespräch mit der breiten Öffentlichkeit und haben dazu ein besonderes Format gewählt: Im Karlstorbahnhof in entspannter Lounge-Atmosphäre führen sie in ausgewählte Fragestellungen, Methoden und langfristige Ziele der molekularen Lebenswissenschaften ein. Redakteure der RNZ-Stadtredaktion gestalten die Gesprächsführung: Ihre Fragen und Perspektiven bilden die Brücke zum Publikum, das in den Dialog einbezogen wird. Die letzte Veranstaltung der Reihe mit musikalischer Begleitung durch Mitglieder des Collegium Musicum findet am Donnerstag, 11. Juli 2019, statt.

Prof. Söllner ist Sprecher des Sonderforschungsbereichs/Trans­regio ,,Molekulare Architektur und zelluläre Funktionen von Lipid/Protein-Komplexen" (SFB/TRR 83). Die Wissenschaftler in diesem Forschungsverbund beschäftigen sich mit Lipiden und Proteinen, die wichtige Bestandteile von biologischen Membranen darstellen. Diese grenzen die unterschiedlichen Reaktionsräume einer Zelle voneinander ab, wobei durch diese ,,Trennschicht" hindurch kontrolliert Substanzen und Informationen ausgetauscht werden. Anders als ursprünglich angenommen, sind Membranlipide nicht allein strukturelle Komponenten; vielmehr kontrollieren diese Lipide eine unerwartete Vielzahl physiologischer Funktionen sowohl beim Membrantransport als auch bei der Signalweiterleitung, wie Prof. Söllner erläutert. Im SFB/TRR 83 untersuchen die Forscher aus Heidelberg, Dresden und Bonn mit innovativen technologischen Analysemethoden insbesondere spezifische Protein-Lipid-Wechselwirkungen, von denen bislang nur ein verschwindend geringer Teil bekannt ist. Ziel ist es zu verstehen, wie die molekulare Zusammensetzung und der strukturelle Aufbau ausgewählter Lipid/Protein-Komplexe deren Funktion steuert. Aus der Arbeit des Verbundes berichtet Prof. Söllner gemeinsam mit Dagmar Wachten (Universität Bonn) und Dr. Ünal Coskun (Technische Universität Dresden). Die Einführung und Moderation der Veranstaltung übernimmt Denis Schnur von der RNZ-Stadtredaktion.

SFBs sind Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden und sich aus 15 bis 20 Arbeitsgruppen zusammensetzen. Während Sonderforschungsbereiche in der Regel an einer Universität angesiedelt sind, verteilen sich die SFB/Transregio-Verbünde auf zwei oder drei Standorte. Projekte, die innerhalb eines SFB gefördert werden, behandeln eine übergreifende Fragestellung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Techniken über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. An der Universität Heidelberg sind aktuell 13 Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregios mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen angesiedelt.