Promotionen in Fourieranalysis und Spektraltheorie

Ausgangspunkt der Fourieranalysis ist die Untersuchung periodischer Wellensignal

Ausgangspunkt der Fourieranalysis ist die Untersuchung periodischer Wellensignale. Dabei werden die Beiträge der verschiedenen Frequenzen herausgefiltert. Foto: Thomas Schick

DFG fördert neues Graduiertenkolleg an der Universität Göttingen mit 3,2 Millionen Euro

(pug) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Universität Göttingen künftig ein neues Graduiertenkolleg in der Reinen Mathematik. Insgesamt zehn Promovierende und eine Nachwuchswissenschaftlerin oder ein Nachwuchswissenschaftler erhalten damit eine finanzielle Förderung für ihre strukturierte Ausbildung in einem Kerngebiet der Reinen Mathematik. Das Graduiertenkolleg (GRK) ist eine Initiative des Mathematischen Instituts der Universität Göttingen mit Beteiligung eines Wissenschaftlers der Universität Hannover. Die DFG fördert das GRK ab Oktober 2019 zunächst viereinhalb Jahre lang mit insgesamt gut 3,2 Millionen Euro.



Fourieranalyse und Spektraltheorie haben ihre Wurzeln in der Physik, wo sie der optischen und akustischen Signalanalyse dienen. Die zugrundeliegende mathematische Theorie gehört zum Bereich der Analysis, hat aber vielfältigste Verknüpfungen in fast alle Bereiche der Reinen Mathematik. Dies geht bis hin zur Zahlentheorie, wo sie der bis heute ungelösten Riemannschen Vermutung über die Verteilung von Primzahlen unter allen ganzen Zahlen zugrunde liegt.



‘Es handelt sich hier um einen Kernbereich der mathematischen Forschung mit zahlreichen aktuellen Entwicklungen, bei denen ganz verschiedene mathematische Disziplinen interagieren und sich gegenseitig befruchten’, erläutert der Sprecher des GRK, Thomas Schick vom Mathematischen Institut. Im geförderten Graduiertenkolleg werden Fourieranalysis und Spektraltheorie als Methoden eingesetzt, um Fragen der mathematischen Physik, der Topologie, der Geometrie und der Zahlentheorie in einem gemeinsamen Rahmen zu untersuchen.



Der Fokus auf gemeinsame Methoden erleichtert es den Promovierenden, die speziellen Kenntnisse, die sie zur Bearbeitung ihres Dissertationsthemas erwerben, auf andere Teilgebiete der Mathematik zu übertragen. ‘Unser besonderes Augenmerk liegt darauf, dass alle Beteiligten in größeren Zusammenhängen denken und den Blick über den Tellerrand wagen’, stellt Schick heraus. ‘So erhoffen wir uns besondere und überraschende Fortschritte in den anvisierten Forschungsfragen.’



‘Gleichzeitig werden unsere Promovierenden durch das GRK in einem Kernbereich der Mathematik ausgebildet und auf interdisziplinäre Zusammenarbeit vorbereitet,’ ergänzt Ingo Witt, Direktor des Mathematischen Instituts. Das GRK fördert den internationalen Austausch der Studierenden im europäischen und außereuropäischen Raum durch Workshops, ein umfangreiches Gästeprogramm und ausgedehnte Aufenthalte in kooperierenden Arbeitsgruppen. Das Programm des GRK ist in die naturwissenschaftliche Graduiertenschule Göttingen Graduate School of Science (GAUSS) der Universität integriert.