Pharmazie trifft Mathematik

Doktorandenprogramm PharMetrX startet neue Ausbildungsrunde / Bewerbungen bis 15. September möglich

Das zwischen Pharmazie und Mathematik angesiedelte Doktorandenprogramm PharMetrX - Pharmacometrics & Computational Disease Modeling startet eine neue Ausschreibungsrunde. Zu vergeben sind Stipendien für Absolventinnen und Absolventen der Fächer Pharmazie, Pharmazeutische Wissenschaften, Mathematik/Statistik, Bioinformatik, Lebenswissenschaften, Medizin weltweit, die im PharMetrX Research+-Programm der Freien Universität und der Universität Potsdam promovieren, am begleitenden Modulcurriculum teilnehmen und Teil des PharMetrX-Doktorandennetzwerks werden möchten ( www.pharmetrx.de/fil­es/pdf/PharMetrX_Call_for_Application_Poster2019.pdf ). Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich, der neue Doktoranden-Jahrgang startet am 1. März 2020. In dem Programm arbeiten Pharmazeuten und Mathematiker praxisnah daran, mathematische Modelle für Krankheitsverläufe und Wirkweisen von Medikamenten im Patienten zu entwickeln, um wirksamere Therapien zu ermöglichen. Seit Begründung des Programms 2008 sind 76 Doktorandinnen und Doktoranden aufgenommen worden.

PharMetrX ist ein gemeinsames, strukturiertes Forschungs-Ausbildungsprogramm der Freien Universität Berlin (Klinische Pharmazie) und der Universität Potsdam (Mathematik & Systembiologie), das die Brücke zwischen Pharmazie und Mathematik schlägt. PharMetrX bietet eine exzellente Forschungsumgebung im Berlin-Potsdamer Raum, innovative Forschungsprojekte von hoher Relevanz für die Gesellschaft, eine interdisziplinäre Betreuung durch die Sprecherin und den Sprecher des Programms, eine individuelle Mentorenschaft durch einen der Industriepartner sowie ein dreieinhalbjähriges Stipendium. Geleitet wird das Programm von Charlotte Kloft, Professorin für Klinische Pharmazie und Biochemie an der Freien Universität, und Wilhelm Huisinga, Professor für Mathematische Modellierung und Systembiologie an der Universität Potsdam.

In PharMetrX-Forschungsprojekten untersuchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Grundlage von experimentellen und klinischen Daten Zusammenhänge zwischen applizierter Dosierung, hervorgerufenen Arzneistoffkonzentrationen (auch am Wirkort) sowie ausgelösten Wirkungen und resultierenden Therapieergebnissen. Dabei werden Kenntnisse zu Mechanismen von Arzneimittelwirkungen - erwünschten wie unerwünschten - in biologischen Netzwerken und zur Krankheitsentstehung in unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Auflösung im Körper einbezogen. Diesen In-silico-Modellen der Pharmakometrie kommt eine immer wichtigere Bedeutung zu: Solche Modelle erlauben es, die Interaktion zwischen ,,Arzneimittel-Patient-Krankheit" und damit das Auftreten erwünschter und unerwünschter Wirkungen, den Krankheitsverlauf und den Einfluss von Patientenfaktoren Mechanismus-basiert zu verstehen und vor allem für die Zukunft vorherzusagen. ,,Dadurch gewinnt die Pharmakometrie nicht nur bei Entscheidungsprozessen in allen Phasen der Arzneimittelentwicklung zunehmend an Bedeutung", erklärt Charlotte Kloft. Sie stelle zudem einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung einer personalisierten Arzneimitteltherapie dar. ,,PharMetrX leistet damit einen Betrag, rationale Therapieempfehlungen zu entwickeln, um das Nutzen/Risiko-Verhältnis im individuellen Patienten bzw. Subgruppen zu verbessern und damit sowohl Therapiesicherheit als auch -effizienz zu erhöhen", sagt Wilhelm Huisinga.

Das Curriculum umfasst neben fünf einwöchigen Ausbildungsmodulen an der Freien Universität Berlin und der Universität Potsdam auch ein einwöchiges Modul vor Ort bei Industriepartnern sowie individuelle Industriepraktika von zwei bis drei Monaten. Industrieund Hochschulpartner tauschen sich in regelmäßigen Symposien aus, darüber hinaus gibt es sechsbis achtmal jährlich ganztägige Arbeitsgruppentreffen an den beiden beteiligten Universitäten. Alle zwei Jahre treffen sich aktuelle mit ehemaligen Graduierten des 2013 gegründeten Network of former and present PhD students of the PharMetrX program zum intensiven Erfahrungsaustausch und Netzwerken.

Absolventinnen und Absolventen des Programms sind sehr gefragt; sie sind danach an Universitäten, in größeren wie kleineren forschenden pharmazeutischen Unternehmen, in außeruniversitären Forschungsinstituten und Consultant-Instituten sowie in Zulassungsbehörden tätig.


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