Pflanzen ,,wittern", wer bald an ihnen fressen wird und wehren sich

Wissenschaftler der Freien Universität erhält den Preis für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung von der Deutschen Botanischen Gesellschaft

Dr. Norbert Bittner von der Freien Universität Berlin erhält den diesjährigen Preis der Wilhelm-Pfeffer-Stiftung für die beste pflanzenwissenschaftliche Veröffentlichung. Wie das Präsidium der Stiftung der Deutschen Botanischen Gesellschaft ausführte, hat Norbert Bittner erstmals gezeigt, wie sich Waldkiefern bereits im Vorfeld eines Insektenbefalls mit Kiefernbuschhornblattwespen erfolgreich gegen die Eiablage zur Wehr setzen. Die Erkenntnisse von Norbert Bittner gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern der Freien Universität Berlin um Professorin Dr. Monika Hilker sowie Universitäten im spanischen Barcelona und im schwedischen Lund wurden im Fachmagazin PNAS publiziert. Die Auszeichnung der Deutschen Botanischen Gesellschaft ist mit 1000 Euro dotiert.

Im Fachartikel führt Norbert Bittner aus, dass die Pflanzen das Schadinsekt bereits wahrnehmen, wenn weibliche Blattwespen mit einem Sexualpheromon Männchen zur Paarung anlocken, also noch bevor diese ihre Eier ablegen, aus denen später gefräßige Larven schlüpfen. Kiefernbäume, die dem Sexuallockstoff der Blattwespe ausgesetzt gewesen sind, verstärkten anschließend ihre molekulare und chemische Verteidigungsstrategie. Durch Pheromone ,,gewarnte" Pflanzen haben die Insekteneier effektiver abtöten und sich so noch vor beginnenden Fraßschäden durch die Larven schützen können.

Norbert Bittner forscht im Sonderforschungsbereich 973 ,,Organismische Reaktionen auf Stress: Prägung und Erinnerung" im Labor von Reinhard Kunze.

Schlagwörter

  • Biologie, Chemie, Pharmazie

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