Ökonomin spricht über Verteilungseffekte der Pandemie

Isabel Schnabel © Europäische Zentralbank

Isabel Schnabel © Europäische Zentralbank

Während der Corona-Pandemie ist die Wirtschaft in einigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union deutlich stärker eingebrochen als in anderen. Über die Verteilungseffekte spricht Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Köln und Bonn, am 5. November in einem öffentlichen Vortrag. Die Veranstaltung findet online von 16 bis 17.30 Uhr statt und gehört zu einer Reihe des Exzellenzclusters ECONtribute: Markets & Public Policy.

Isabel Schnabel geht in ihrem Vortrag darauf ein, dass die am stärksten getroffenen Staaten gerade diejenigen sind, die bereits vor der Krise ein vergleichsweise geringes Wirtschaftswachstum oder einen hohen Schuldenstand aufwiesen. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die Pandemie nun die bereits bestehenden Unterschiede im Euroraum verstärken könnte. Doch nicht nur zwischen den Ländern zeigen sich Abweichungen. Auch innerhalb der einzelnen Staaten deutet vieles darauf hin, dass sich die bestehende Ungleichheit durch die Pandemie weiter verschärft hat. So sind Personen mit geringerem Einkommen, geringerer Bildung sowie Frauen und Jüngere besonders stark betroffen.

In welchem Maße kann die einheitliche Geldpolitik der EZB auf diese Divergenz reagieren? Welche Rolle kommt der Fiskalpolitik zu, um mit gezielten Maßnahmen eine strukturelle Verfestigung der entstandenen Ungleichheit zu verhindern? Diesen und weiteren Fragen geht Isabel Schnabel in ihrem Vortrag und in der anschließenden Diskussion nach.

Die Online-Veranstaltung richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum, Studierende und Forschende. Anmeldungen sind unter https://bit.ly/302olLt möglich.

ECONtribute: Einziger wirtschaftswissenschaftlicher Exzellenzcluster

ECONtribute ist der einzige wirtschaftswissenschaftliche von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Exzellenzcluster - getragen von den Universitäten in Bonn und Köln. Der Cluster forscht zu Märkten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Ziel von ECONtribute ist es, Märkte besser zu verstehen und eine grundlegend neue Herangehensweise für die Analyse von Marktversagen zu finden, die den sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zunehmender Ungleichheit und politischer Polarisierung oder globalen Finanzkrisen, gerecht wird.


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