Ökonomie der Endlagerung - wer zahlt die Zeche?

Diskussion mit Jürgen Trittin und Claudia Kemfert am 5. Juni um 17 Uhr an der Freien Universität Berlin

Wirtschaftliche und umweltpolitische Aspekte der Endlagerung von radioaktiven Abfällen stehen im Zentrum einer Veranstaltung am 5. Juni um 17 Uhr an der Freien Universität Berlin. Diskutieren werden Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied des Deutschen Bundestages, Bundesumweltminister der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Zeit des Beschlusses zum Atomausstieg, und die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert (DIW - Deutsches Institut für Wirtschafsforschung). Moderiert wird die Diskussion von dem Politikwissenschaftler PD Dr. Achim Brunnengräber von der Freien Universität. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Diskussion ist Teil der Vortragsreihe ,,Der Atomkonflikt in Deutschland - bis in alle Ewigkeit?" des Programms ,,Offener Hörsaal".

Über Jahrzehnte hinweg war die Nutzung der Atomenergie in der Bundesrepublik Deutschland höchst umstritten. Eine zentrale Rolle in diesem Konflikt spielte stets die Frage nach dem Umgang mit hochradioaktiven Abfällen - die erbitterten Proteste um den Transport von Castor-Behältern zur Lagerstätte in Gorleben zeigten, wie groß die Polarisierung war. Im Rahmen der ,,Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs" wurde die Finanzierungsfrage der Endlagerung rechtsverbindlich geklärt. Als Verursacher radioaktiver Abfälle haben die Betreiber von Kernkraftwerken im Juli 2017 rund 24 Milliarden Euro an einen öffentlich-rechtlichen Fonds überwiesen, aus dem nun alle anstehenden Kosten für die Zwischenund Endlagerung finanziert werden. Was aber, wenn der Betrag nicht ausreicht? In diesem Fall stünden Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für die restlichen Kosten ein, denn eine Nachhaftung der Kernkraftwerkbetreiber ist nicht vorgesehen. War die Atomenergie viel zu teuer? Darüber diskutieren Jürgen Trittin, der einer der Vorsitzenden der Finanzierungs-Kommission war, und Claudia Kemfert; die Wirtschaftswissenschaftlerin setzt sich in ihren Studien immer wieder mit Negativaspekte der Atomenergie auseinander.

Die Diskussionsreihe ,,Der Atomkonflikt in Deutschland - bis in alle Ewigkeit?" wird veranstaltet vom Forschungszentrum für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk für Nukleares Gedächtnis und dem Forschungsprojekt SOTEC-radio, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird.

Das Veranstaltungsprogramm ,,Offener Hörsaal" der Freien Universität umfasst zwei weitere Themenschwerpunkte im Sommersemester 2019: FARBEN. Literatur - Kunst - Wissen und Die Welt der Archäologie - Die Archäologie der Welt . Neue Ansätze und Perspektiven. Die Vorträge richten sich nicht nur an Studierende, der Offene Hörsaal steht allen Interessierten offen.

Zeit und Ort der Diskussion ,,Ökonomie der Endlagerung"

  • 5. Juni, 17 Uhr bis 19 Uhr
  • Freie Universität Berlin, Seminarzentrum, Raum L 115 und L 116, Otto-von-Simson-Straße 26, 14195 Berlin (U-Bhf. Dahlem-Dorf)