Nicht-Wissen ist Wissen

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Formen und Dynamiken der Negation von Wissen stehen im Mittelpunkt der Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs ,,Episteme in Bewegung" vom 27. bis 29. Juni 2019 im Palais in der Kulturbrauerei

Wie Wissen gerade dort entsteht oder sich verändert, wo es Ablehnung erfährt, unterbunden wird und sich scheinbar nicht durchsetzen kann, ist das Thema der diesjährigen Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs ,,Episteme in Bewegung" an der Freien Universität Berlin. Die Veranstaltung findet vom 27. bis 29. Juni 2019 im Palais der Kulturbrauerei statt und hat das Ziel, Dynamiken der Negation von Wissen in der Vormoderne auf den Grund zu gehen. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erörtern die Frage, inwiefern solche ,,negativen Wissenstransfers" notwendig, produktiv oder gar konstitutiv für die Generierung neuen Wissens sind. Die Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch. Für nicht-deutschsprachige Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung gibt es eine Simultanübersetzung. Die Tagung ist öffentlich, der Eintritt frei. Um Anmeldung wird gebeten.

Ausgehend von der Beobachtung, dass Wissen auch und gerade dort in Bewegung ist, wo es unbestimmt bleibt oder im Akt der Vermittlung abgelehnt, verkannt oder ausgeblendet wird, steht das Verhältnis von Wissen, Transfer und Negation in europäischen und nicht-europäischen Kulturen der Vormoderne im Mittelpunkt der diesjährigen, siebten Jahrestagung des Forschungsverbunds. In Plenumssitzungen sowie in drei Workshops wird über ein breites Spektrum an Frageperspektiven und Ansätzen diskutiert: Wie lässt sich das unbeschreibliche Göttliche zwischen Wissen und Nicht-Wissen im Falle der negativen Theologie fassen? Warum wird Nicht-Wissen zuweilen in besonderer Weise ausgestellt und als solches in Szene gesetzt? Inwiefern wohnt negativen Transferprozessen ein kreatives Potenzial inne? Kann die Negation gesellschaftlicher Konventionen neben der Bedrohung auch eine wichtige erneuernde Funktion haben? Wie verhalten sich in diesem Fall Negation und Variation zueinander?

Das Erkenntnisinteresse der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richtet sich auf Negation als Impuls im Wissenstransfer und damit auf all jene Prozesse der Ausblendung, Zerstörung oder des Vergessens, die kreatives Potenzial beinhalten. Zugleich wird Negation als Bestandteil eines bestimmten Wissensmodus’ verstanden, der an verneinende, widersprüchliche oder elliptische Darstellungsweisen gebunden ist. In beiden Fällen wird untersucht, inwiefern Negation notwendig, konstitutiv oder produktiv für die Generierung neuen Wissens ist, um auf diese Weise Grenzen und Bedingungen von Wissen und Wissenstransfers - dem zentralen Thema des Sonderforschungsbereichs ,,Episteme in Bewegung" - auszuloten.

Dem Gedanken der Kreativität und dem Impulscharakter der Negation folgend hat das Organisationsteam der Tagung unter der Leitung von Dr. ‘irin Dada’ und Christian Vogel einen nachund umgenutzten Raum, das Palais in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg, als Veranstaltungsort ausgewählt.

Der Sonderforschungsbereich ,,Episteme in Bewegung. Wissenstransfer von der alten Welt bis in die Frühe Neuzeit" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsverbunds machen es sich zur Aufgabe, Prozesse des Wissenswandels in europäischen und nicht-europäischen Kulturen in der Vormoderne zu untersuchen.

Programm und Anmeldung

www.sfb-episteme.de/­veranstaltungen/Vorschau/2019/JT2019_Negation-und-Wissen.html

Um Anmeldung wird bis 22. Juni 2018 gebeten:

www.sfb-episteme.de/­veranstaltungen/Tagungen/PM-Anmeldung_JT_2019

Ort und Zeit

  • Donnerstag, den 27.06.2019, bis Samstag, den 29.06.2019
  • Palais in der Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg

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