Neue Technologien gegen das Zittern

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn am 13. Juni:

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn am 13. Juni: (v li) Valeri Borger, Ullrich Wüllner und PD Vera Keil geben einen Überblick rund um Fortschritte bei Diagnostik und Therapie mit neuen Technologien bei Parkinson; © Rolf Müller / UK Bonn

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn rund um Parkinson



Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums ,,Uni-Medizin für Sie - Mitten im Leben" lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend ein. Unter dem Motto ,,Parkinson - Fortschritte bei Diagnostik und Therapie mit neuen Technologien" geben Vorträge einen Überblick rund um die chronische Hirnerkrankung, die mit einer fortschreitenden Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese), Versteifung der Muskeln (Rigor) und Zittern (Tremor) einhergeht. Ein Schwerpunkt der Informationsveranstaltung ist eine neue Behandlungsoption von schwerem, therapieresistentem essentiellen Tremor oder Parkinson-Tremor. Dazu hat das Universitätsklinikum Bonn vor einem Jahr ein System zur Anwendung von Magnetresonanz(MR)-gesteuertem, hoch fokussiertem Ultraschall (MRgFUS) im Gehirn in Betrieb genommen. Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 13. Juni, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Venusberg-Campus 1, auf dem Venusberg statt.


Essentieller Tremor gehört zu den häufigsten Bewegungsstörungen: die Hand zittert bei der Unterschrift, oder wenn ein Glas Wasser zum Mund geführt wird. Bei einem Menschen, der an Parkinson erkrankt ist, tritt Zittern dagegen typischerweise in Ruhe auf. Beide Tremorformen entstehen in der Tiefe des Gehirns, im Thalamus. Bei dem neu entwickelten Verfahren zerstört hochfokussierter Ultraschall von außen diejenigen Areale im Gehirn, die für den essentiellen Tremor oder Tremor bei Parkinson verantwortlich sind. Dazu werden Ultraschallwellen von bis zu 1.024 Positionen punktgenau auf den Zielpunkt im Thalamus gesendet und dort wie bei einem Brennglas gebündelt. Für die notwendige präzise Lokalisation sorgt die Magnetresonanztomografie (MRT).

Dem großen Vorteil des neuen Verfahrens, dass der Schädel nicht geöffnet werden muss, steht der Nachteil gegenüber, dass die Inaktivierung des Hirngewebes nicht rückgängig zu machen ist. ,,Doch wo der ideale Zielpunkt ist, können wir während der Behandlung am wachen Patienten prüfen. Eine ungewünschte thermische Läsion wird dadurch unwahrscheinlich", sagt Ullrich Wüllner, Leiter der Sektion Bewegungsstörungen an der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikum Bonn.

Zusammen mit Valeri Borger aus der Klinik für Neurochirurgie und Vera Keil aus der Klinik für Radiologie des Universitätsklinikums Bonn, stellt Prof. Wüllner das neue Verfahren auf dem Patientenkolloquium vor. Weitere Themen sind neueste Entwicklungen in der bildgebenden Diagnostik mittels MRT bei Parkinson sowie experimentelle Diagnosemöglichkeiten, durch die Untersuchungen bald genauer und für die betroffenen Patienten noch komfortabler werden sollen. Nach den Vorträgen besteht die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen.

PD Dr. Vera Keil
Fachärztin der Sektion Neuroradiologie,
Radiologische Klinik
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-16505
E-Mail: [Email protection active, please enable JavaScript.]

Ullrich Wüllner
Leiter der Sektion Bewegungsstörungen
Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-15712 (Pforte) oder -19465
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