Neue Lern- und Lehrerfahrungen

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den nachhaltigen Studier

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den nachhaltigen Studierenden- und Dozentenaustausch zwischen der WWU und der UNY seit 2018 für zunächst zwei Jahre. © privat

Die Studentinnen des Germanistischen Instituts der WWU Jana Wolff, Anna-Cécile Buch und Pia Müller haben die vergangenen drei Monate an der Universitas Negeri Yogyakarta (UNY) in Indonesien verbracht. Von Oktober bis Januar haben sie neue Lernund Lehrerfahrungen in einem fremden Land gesammelt. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den nachhaltigen Studierendenund Dozentenaustausch zwischen der WWU und der UNY seit 2018 für zunächst zwei Jahre. Die drei Studentinnen berichten über ihre Eindrücke und Erfahrungen und welche Relevanz das Studium im Ausland für sie hat.

Fragen uns Indonesier, was wir eigentlich in ihrem Land machen - reisen, arbeiten oder studieren - sind die meisten nach unserer Antwort überrascht. Denn wir studieren an der Universitas Negeri Yogyakarta am Germanistischen Institut. Warum reist man 12.000 Kilometer, um in Indonesien die eigene Muttersprache zu studieren? Nach vier Monaten Studium können wir es stichhaltig begründen: Wir haben viel über unsere eigene Sprache und Kultur gelernt, über den Lehrerberuf und uns selbst.

Jana Wolff und Pia Müller:

Wir studieren an der WWU Master of Education und Deutsch als Fremdsprache. An der Universität beginnen die indonesischen Studierenden das Deutschstudium meist ohne Vorkenntnisse. Somit ist es ein ideales Feld, um zu beobachten und zu erfahren, wie die Fremdsprache vermittelt wird. Unser Status als Masterstudentinnen erlaubt es uns darüber hinaus, selbst aktiv zu werden. Wir leiten Kurse, Tutorien und führen Projekte mit den Studierenden durch. Anstatt uns in Deutschland theoretisch mit interkulturellem Lernen und Lehren zu befassen, sammeln wir hier Praxiserfahrung. Dadurch wurde uns bewusst, dass Unterricht an der Universität in einem anderen Land ganz anders ablaufen kann. Da kann man auch mal mit den Studierenden Obstsalat spielen, um Vokabeln zu üben, oder sie eine Broschüre für eine Sehenswürdigkeit entwerfen lassen, um das Wortfeld Tourismus anzuwenden. Beliebt sind Methoden, bei denen die Studierenden in Gruppen kreativ sind. Auch wenn das Studium nicht nur aus Spiel und Spaß besteht, sondern die Studierenden auch durch anspruchsvolle Themen fordert, hat uns die Freude und Offenheit an den verschiedenen Methoden gezeigt, dass Lernen nicht immer nach dem Prinzip „einer spricht, alle hören zu“ stattfinden muss.

Anna-Cécile Buch:

Ich studiere in Münster Grundschullehramt und nehme eine weitere interessante Perspektive im Rahmen des Auslandsemesters ein. An der UNY nehme ich an Seminaren teil oder unterstütze die Lehrenden in Form von Projekten und einer aktiven Mitgestaltung der Seminare. Es ist sehr spannend, das Universitätsleben in Yogyakarta aus dieser Perspektive zu erleben und mit dem in Deutschland zu vergleichen. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten ist das Lernen hier mehr verschult und dadurch für uns ungewohnt. Weiterhin sammele ich in einem Praktikum Erfahrungen im Lehren. An der SMA Negeri 3, einer staatlichen Oberschule in Yogyakarta, unterrichte ich eigenständig einen Deutsch-Intensivkurs. Auch wenn die Schülerinnen und Schüler etwas älter sind als die, die ich später in Deutschland unterrichten werde, ist es doch eine bereichernde Lehrerfahrung.

Wir alle haben das Auslandssemester als einzigartige Möglichkeit erlebt, um weit weg vom gewohnten Umfeld Lernund Lehrerfahrungen zu sammeln. Und dafür hat sich die 12.000 Kilometer weite Reise allemal gelohnt!

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen