Neue Enzyme für grüne Chemie

Universität Göttingen erneut an europäischem Ausbildungsnetzwerk beteiligt

Die Universität Göttingen wird erneut Teil eines von der Europäischen Kommission geförderten -Innovative Training Network- (ITN), einem europäischen Netzwerk für die gemeinschaftliche Ausbildung von Promovierenden. Ziel des Programms -C-C Bond Formation Using Top Performing Enzymes- (CC-TOP) ist es, insgesamt 15 Doktorandinnen und Doktoranden für künftige Führungsrollen sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie zu qualifizieren.

Das Netzwerk, das von der Technischen Universität Darmstadt koordiniert und in Göttingen von Kai Tittmann geleitet wird, besteht aus zwölf renommierten Einrichtungen aus Wissenschaft und Industrie aus insgesamt sechs europäischen Ländern und wird für die Dauer von vier Jahren mit knapp vier Millionen Euro gefördert. Davon stehen rund eine halbe Million Euro der Universität Göttingen für die Ausbildung von zwei Promovierenden zur Verfügung. Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Netzwerk voraussichtlich erst Anfang März 2021 seine Arbeit aufnehmen, um so die Einstellung der internationalen Doktorandinnen und Doktoranden an den beteiligten Einrichtungen sicherzustellen.

Das übergeordnete wissenschaftliche Ziel ist die Entwicklung von neuen Enzymen als Werkzeuge für die chemische und pharmazeutische Industrie. Diese auch als -Grüne Chemie- bezeichnete Forschungsrichtung nutzt Enzyme als die natürlich vorkommenden Biokatalysatoren für die Herstellung von Wirkstoffen in nahezu allen Bereichen unseres Lebens wie beispielsweise von Medikamenten. Während chemische Katalysatoren oft harsche Reaktionsbedingungen wie hohe Temperaturen und hohen Druck sowie besondere Lösungsmittel benötigen, erledigen Enzyme ihre Aufgabe kostenund ressourcenschonend -ganz einfach- bei Raumtemperatur in Wasser - und das mit exzellenter Effizienz und Selektivität.

-Enzyme sind wahre Meister der chemischen Katalyse und haben ein riesiges Potential für eine Plethora von Anwendungen- erklärt Tittmann, Leiter der Abteilung Molekulare Enzymologie am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) und Fellow am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Die beiden zukünftigen ITN-Promovierenden werden die Reaktionsmechanismen von Enzymen mittels hochauflösender Proteinkristallografie aufklären, um so die Grundlage für gezielte und maßgeschneiderte Katalysatoren zu legen.

-Ich freue mich sehr, dass die Universität Göttingen auch in dieser Antragsrunde wieder erfolgreich war,- so Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Universität Göttingen. -Damit sind wir aktuell an sechs ITNs beteiligt und stärken auf diese Weise den Standort Göttingen als wichtigen Player in der internationalen Forschungslandschaft.-


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