Neu: Zertifikat ’Digital Humanities’

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Automatische Texterkennung statt mühsames Sichten von Literatur oder digitale Rekonstruktion von Artefakten statt handschriftlicher Dokumentation: Digitale Kompetenzen sind mittlerweile auch für Studierende der Geisteswissenschaften sowohl für eine wissenschaftliche Karriere als auch für den nichtwissenschaftlichen Arbeitsmarkt essentiell. Seit dem Wintersemester 2021/2022 bietet das "Center for Digital Humanities Münster" (CDH) der WWU daher das Zertifikat "Digital Humanities" an, um Studierenden der Fachbereiche 1, 2, 8, 9 und 10 praxisnahe Fähigkeiten der digitalen Geisteswissenschaften zu vermitteln.

Für Lisa Rosendahl ist das neue Angebot genau das, was ihr im Studium der Musikwissenschaft und Geschichte bisher gefehlt hat. "Ich habe immer wieder aus Interesse Kurse in diesem Bereich belegt, Konferenzen und Summer Schools besucht, konnte sie mir aber nicht anrechnen lassen. Jetzt kann ich meine Kenntnisse belegen und bei Bewerbungen vorzeigen", betont die Masterstudentin. Insgesamt 30 Leistungspunkte müssen Interessierte in den drei Modulen "Informationstechnik", "Digital Humanities" und "Profilbildung und Praxis" erwerben, um den Nachweis zu erhalten, sich kontinuierlich über fachwissenschaftliche Grenzen hinweg in zentrale Felder der "Digital Humanities" eingearbeitet zu haben.

Die neuen Kenntnisse kann Lisa Rosendahl direkt in ihrer Masterarbeit anwenden. "Ich kodiere einen Symphoniesatz von Beethoven und drei Bearbeitungen für Klaviertrio im Datenformat MEI/XML, um die Bearbeitungsmaßnahmen zu vergleichen und darzustellen", erläutert sie. Auch Elena Haase hat sich für das Zertifikat entschieden, um ihre Fähigkeiten auszubauen. "Insbesondere technisches Know-how wird in den Geisteswissenschaften immer wichtiger und ich möchte in der Lage sein, solche Dinge selbstständig auszuführen", sagt die Promotionsstudentin im Fach Deutsche Philologie.

Neben dem Erlernen mindestens einer Programmiersprache in Kursen der WWU IT umfasst das Zertifikat auch Seminare der teilnehmenden Fachbereiche und externe Veranstaltungen, in denen die Teilnehmenden lernen, Daten digital mit unterschiedlichen Anwendungen zu verarbeiten. In einem eigenen Studierendenprojekt stellen sie schließlich ihr erworbenes Wissen unter Beweis.

"Bislang haben sich bereits 40 Studierende für das Zertifikat angemeldet - und das im ersten Semester nach dem Start" freut sich Angelika Lohwasser, die das Zertifikat koordiniert.

Noch ist das Angebot der anrechenbaren Lehrveranstaltungen zwar Überschaubar, soll aber aufgrund des Bedarfs stetig ausgeweitet werden. Das wünscht sich auch Hannah Krause, die im Zwei-Fach-Bachelor Skandinavistik und Lateinische Philologie studiert. Der Ausbau könne ihrer Meinung nach erreicht werden, "indem sich alle geisteswissenschaftlichen Institute der WWU dazu verpflichten, die Digital Humanities in ihre Lehre einzubinden."

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