Musikleben in Norwegen im Nationalsozialismus

Michael Custodis 
		 © WWU - Anna Overmeyer

Michael Custodis © WWU - Anna Overmeyer

Das Musikleben in Norwegen während der nationalsozialistischen Besatzungszeit zwischen 1940 und 1945 ist Thema einer internationalen, englischsprachigen Tagung am 26. und 27. März an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU). Laut Organisator Michael Custodis steht der Kongress im Zusammenhang mit einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projekt zu Verfolgung, Kollaboration und Widerstand im Musikleben Norwegens in dieser Zeit. Bei dem Kongress werde das Thema zum ersten Mal in seiner gesamten Bandbreite diskutiert.

Teilaspekte sind unter anderem die zentralen Protagonisten des norwegischen Musikund Kulturlebens während des Zweiten Weltkriegs, die Zensurpraktiken und Verwaltungsstrukturen in Anlehnung an die Reichskulturkammer sowie berühmte deutsche Musiker im Dienst der Auslandspropaganda. Dies erlaube einen neuen Blick auf das Verständnis der NS-Ideologie, der europäischen Okkupationsgeschichte und der Exilforschung, sagt Michael Custodis. Zudem kämen die bis heute spürbaren Konsequenzen der Besatzungsjahre für die deutsch-norwegischen Beziehungen zur Sprache.

Bei der Veranstaltung kommen Historiker und Musikforscher aus Deutschland, Norwegen und Österreich zusammen, die unterschiedliche Forschungstraditionen und Forschergenerationen vertreten.