Monika Hilker erhält Silverstein-Simeone-Preis

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Eier eines Schmetterlings (Kohlweißling) am Blatt Bildquelle: D. Kämmer

Eier eines Schmetterlings (Kohlweißling) am Blatt Bildquelle: D. Kämmer

Biologin der Freien Universität Berlin für ihre Forschung zu Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Insekten ausgezeichnet

Die Professorin für Angewandte Zoologie und Ökologie am Institut für Biologie der Freien Universität Berlin, Monika Hilker, ist für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Chemischen Ökologie mit dem Silverstein-Simeone-Preis ausgezeichnet worden. Benannt ist der Preis nach den Mitbegründern der International Society of Chemical Ecology Robert M. Silverstein und John Simeone. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft befasst sich mit der Chemie und Ökologie von Naturstoffen, die Wechselwirkungen zwischen Organismen regulieren. Monika Hilker wird mit dem Preis für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der chemisch-ökologischen Wechselbeziehungen zwischen Pflanzen und Insekten geehrt. Sie und ihr Team haben zeigen können, dass Pflanzen sich bereits im Anfangsstadium erfolgreich gegen Insektenbefall wehren können, indem sie auf die Eiablagen von Insekten reagieren.

So kann zum Beispiel die Waldkiefer auf Eiablagen eines Schädlings, der Kiefernbuschhornblattwespe, mit einer Veränderung im Duftmuster ihrer Nadeln reagieren; die Larven der Kiefernbuschhornblattwespe können durch ihren Fraß erheblichen Schaden in Kiefernwäldern anrichten. Der eiablageinduzierte Nadelduft wirkt wie ein pflanzlicher ,,Hilferuf", der sich an Parasiten der Eier des Kiefernschädlings richtet. Der in Reaktion auf die Eiablagen gebildete Nadelduft lockt nämlich Parasiten an, die die Eier des Schädlings abtöten. Da aus den parasitierten Eiern keine gefräßigen Larven mehr schlüpfen können, erleidet die Waldkiefer somit vergleichsweise weniger Fraßschaden. Die Arbeiten von Monika Hilker konnten erfolgreich zur Aufklärung chemischer und molekularer Mechanismen dieser pflanzlichen Reaktionen beitragen, wie die Preisjury hervorhob. Die Ergebnisse zur Chemie des eiablageinduzierten Duftmusters sowie zu den molekularen Grundlagen für die Produktion eines solches Dufts tragen zum tieferen Verständnis von pflanzlichen Reaktionen auf Insektenbefall bei.

Monika Hilker hat an der Freien Universität seit 1995 die Professur für Angewandte Zoologie und Ökologie inne. Sie ist Initiatorin und Leiterin des Sonderforschungsbereiches (SFB) 973 ,,Priming and Memory of Organismic Responses to Stress", der sich unter anderem mit Fragen zur ökologischen, chemischen und molekularen Regulation von pflanzlichen Stressreaktionen befasst. Darüber hinaus ist Monika Hilker Mitglied im Berlin-Brandenburg Institute of Biodiversity Research (BBIB).


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