Mit Unterstützung zur Professur: Antragsberatung, Auslandsaufenthalte, Förderprogramme

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Beraten Postdoktoranden und erhalten Förderung auf dem Weg zur Professur: Maria

Beraten Postdoktoranden und erhalten Förderung auf dem Weg zur Professur: Maria Homeyer (von links) vom International Office, Fabian Dielmann vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie, Juniorprofessorin Syrinx von Hees vom Institut für Arabistik und Islamwissenschaft und Helga Soer-Sodmann von der Forschungsförderungsberatung SAFIR © WWU - Peter Leßmann

„Wir lesen jeden Antrag“

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für den wissenschaftlichen Nachwuchs? Wie sollte ein Antrag formuliert sein, damit er erfolgreich ist? Wie werden Personal-, Sachund Reisekosten berechnet? Was gilt es bei den Rechtsfragen zu beachten? Antworten auf diese Fragen gibt das Team der Forschungsförderungsberatung SAFIR der Universität Münster. „Der Kern unserer Arbeit ist die antragsstrategische Beratung“, erläutert SAFIR-Mitarbeiterin Dr. Christine Schmidt. „Wir lesen jeden Antrag und achten darauf, ob es einen roten Faden gibt, ob der Inhalt zum jeweiligen Förderungsformat passt und ob die Unterlagen gut lesbar und verständlich sind.“

Um auf die Belange der Nachwuchskräfte einzugehen, bietet das Team individuelle Beratungstermine an. Dabei spielt die persönliche Karriereplanung der Forscher ebenfalls eine Rolle. Im weiteren Verlauf der Drittmittelbeantragung geben die Mitarbeiterinnen von SAFIR zahlreiche Hinweise. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch die jedes Semester stattfindende Veranstaltungsreihe „Drittmittelkompetenz kompakt“. Auch erhalten Interessierte einen Blick hinter die Kulissen der Begutachtungen. „Wir laden beispielsweise unsere WWU-Mitglieder der Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein, die die Förderung von Forschungsvorhaben bewerten. Die Gutachter plaudern aus dem Nähkästchen - gerade für Antragsneulinge sind diese Tipps sehr wertvoll. Aber auch alle anderen Antragsteller sind bei uns willkommen“, betont Christine Schmidt.

„Internationales Netzwerk aufbauen“

Wer ein Seminar an einer Hochschule im Ausland halten möchte oder durch eine Hospitation andere Wissenschaftsbetriebe kennenlernen möchte, kann mit dem europaweiten Mobilitätsprogramm „Erasmus+“ über den Tellerrand der Universität Münster hinausschauen. „Vom Promovierenden bis hin zur Professorenschaft kann jeder wissenschaftliche Mitarbeiter von Erasmus+ profitieren. Gerade für Nachwuchskräfte ist der Auslandsaufenthalt eine gute Möglichkeit, zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere ein internationales Netzwerk aufzubauen“, erläutert Maria Homeyer, Koordinatorin des Welcome Centre und der Personalmobilität im International Office. Pro Aufenthalt liegt die Fördersumme bei bis zu 1.500 Euro.

Das Austauschprogramm der Europäischen Union beinhaltet zwei Angebote. Zum einen wird die Mobilität von Dozenten gefördert. „Viele wollen ihre Lehre auf Englisch verbessern und nutzen dafür ihren Aufenthalt“, hebt Maria Homeyer den Vorteil des Formats hervor. Zum anderen können sich Interessierte weiterbilden. Eine Option ist das sogenannte Job-Shadowing - jemandem als „Schatten“ bei der Arbeit über die Schulter schauen. Darüber hinaus ist eine Teilnahme an Sprachkursen, Workshops oder Schulungen möglich.

Die Weiterbildungsmobilität ist an der WWU beliebt: Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Aufenthalte zuletzt verdoppelt. über die Möglichkeiten von Erasmus+ informiert das Team des International Office jeden letzten Donnerstag im Monat. Für die Antragsberatung von Forschungsvorhaben im Ausland ist das Team von SAFIR zuständig.

„Größerer Spielraum für Projekte“

Um den übergang von der abgeschlossenen Promotion in die PostDoc-Phase zu vereinfachen, gibt es in vielen Fachbereichen an der WWU Förderprogramme für den wissenschaftlichen Nachwuchs - so auch im Fachbereich Chemie und Pharmazie. „Wir haben das Nachwuchsförderungsprogramm 2016 eingeführt, um die Selbstständigkeit und die eigene Einwerbung von Drittmitteln zu unterstützen. Gerade Nachwuchskräften stehen nur sehr begrenzt Haushaltmittel zur Verfügung, und deshalb greifen wir ihnen finanziell unter die Arme“, erklärt Mara Hobbold, Koordinatorin der Nachwuchsförderung im Dekanat des Fachbereichs Chemie und Pharmazie. Die Mittel können die Forscher für Dienstreisen, Chemikalien, Geräte oder die Einstellung studentischer Hilfskräfte nutzen.

Einer der Geförderten ist Dr. Fabian Dielmann. „Das Geld hat mir einen größeren Spielraum für meine Projekte ermöglicht“, sagt der Habilitand am Institut für Anorganische und Analytische Chemie. Der Nachwuchschemiker kaufte davon ein „attenuated total reflection“-Modul (ATR, auf Deutsch: abgeschwächte Totalreflexion) für die Infrarotspektroskopie, mit der sich die chemischen Verbindungen charakterisieren lassen. Fabian Dielmann entwickelt mit seiner Arbeitsgruppe molekulare Systeme, die in der Lage sind, besonders reaktionsträge Moleküle wie das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid zu aktivieren, damit deren nachfolgende chemische Umwandlung ermöglicht wird. Sie umzuwandeln hätte unter anderem das Ziel, ihre Freisetzung in die Atmosphäre zu reduzieren.

„Ich bin oft umgezogen“

Für eine planbare Karriere: Der Weg zur Professur auf Lebenszeit ist für viele Nachwuchskräfte von befristeten Arbeitsverträgen und Forschungsprojekten geprägt. Tenure-Track-Professuren sollen für mehr Transparenz im Wissenschaftssystem sorgen. Der Tenure Track ist dem amerikanischen Bildungssystem entlehnt und ein möglicher Zusatz bei der Ausschreibung einer Juniorprofessur. Nach einer erfolgreich evaluierten Bewährungszeit schließt sich die Lebenszeitprofessur ohne erneute Ausschreibung an. Das Rektorat der Universität Münster möchte die Anzahl der Tenure-Track-Professuren zukünftig erhöhen. Deshalb bewirbt sich die WWU unter anderem um Mittel aus dem „Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“.

Derzeit gibt es vier Juniorprofessuren mit der Tenure-Track-Option. Eine davon hat seit 2014 Syrinx von Hees inne. „Die Option, dass die Juniorprofessur verstetigt wird, war für meine Familie und mich entscheidend“, betont die Nahost-Historikerin. Angedockt ist ihre Professur an die Forschungsstelle „Arabische Literatur und Rhetorik der späteren Jahrhunderte (11. bis 18. Jahrhundert)“, die der Arabist Thomas Bauer nach seiner Auszeichnung mit dem über 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis im Jahr 2013 gegründet hat. „Ich bin oft in meinem Leben umgezogen“, schildert Syrinx von Hees, die unter anderem in Berlin, Cambridge, Bonn und Beirut gearbeitet hat. „Im Institut für Arabistik und Islamwissenschaft bin ich integriert und werde unterstützt.“

in: Kathrin Nolte

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung „wissen

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