Mehr als 7,5 Millionen Euro für neue Graduiertenkollegs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert zwei Einrichtungen an der Universität Freiburg

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs weiter zu stärken, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) neue Graduiertenkollegs bewilligt. An der Universität Freiburg werden die Kollegs ,,Imperien: Dynamischer Wandel, Temporalität und nachimperiale Ordnungen" und ,,Entschlüsselung zellulärer Proteasefunktionen durch Identifizierung und Analyse von Proteasesubstraten" eingerichtet. Die DFG fördert sie über viereinhalb Jahre mit 3 Millionen Euro beziehungsweise 4,6 Millionen Euro.

Im Graduiertenkolleg ,,Entschlüsselung zellulärer Proteasefunktionen durch Identifizierung und Analyse von Proteasesubstraten" werden ab Januar 2021 13 Doktorandinnen und Doktoranden die Arbeit an ihrer Dissertation in den Naturwissenschaften und der Medizin aufnehmen. Ihr Augenmerk wird auf Proteasen liegen: Enzyme, die andere Eiweiße als so genannte Substrate spalten. Es ist bekannt, dass das menschliche Genom ungefähr 500 Proteasen kodiert. Obwohl die erste Protease vor mehr als 100 Jahren identifiziert wurde, kennen Forschende jedoch nur relativ wenige der relevanten Proteasesubstrate. Das Graduiertenkolleg verfolgt einen fächerübergreifenden Ansatz, um neue Proteasesubstrate zu entdecken und die Bedeutung ihrer Spaltung für die menschliche Gesundheit zu bestimmen. Dafür bringen die am Kolleg beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine komplementäre Vielfalt an wissenschaftlichen Kenntnissen zu Modellsystemen und Techniken ein. Die promotionsbegleitenden Kurse werden Beiträge zur nachhaltigen Lösung des intensiv diskutierten Replikationsproblems in der Biomedizin leisten. Sprecher ist Prof. Dr. Thomas Reinheckel vom Institut für Molekulare Medizin und Zellforschung.

Im geisteswissenschaftlichen Graduiertenkolleg ,,Imperien: Dynamischer Wandel, Temporalität und nachimperiale Ordnungen" können insgesamt 14 junge Forschende zum stets aktuellen Thema des Wandels von Imperien forschen. Im fächerübergreifenden Verbund von Geschichtswissenschaften, den englischen und romanischen Literaturwissenschaften, der Soziologie, Politologie und - über den Eucor-Verbund - den Islamwissenschaften wollen ab November 2020 zunächst sechs Doktorandinnen und Doktoranden Antworten auf die Frage nach den weitgehend unerforschten Zeitdimensionen von Imperien suchen: Wie verändern sich Imperien über die Zeit? Welche wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen hat ihr Zerfall für die sich lösenden Regionen, Nationen oder andere Gemeinschaften? In welchen Medien werden imperiale Traditionen verarbeitet und geformt? Mit welchem imperialen Erbe sind Imperien der Jetztzeit, Nachfolgestaaten oder größere Regionen mit einer kolonialen Geschichte konfrontiert? Imperien sind im politischen Diskurs und in populären Medien präsent. Innerstaatliche und internationale Krisen werden häufig auf ein imperiales Erbe zurückgeführt, wie etwa im Fall der Konflikte auf dem Boden des ehemaligen sowjetischen Imperiums oder bei Problemen der Governance auf dem afrikanischen Kontinent. An der Ausbildung der Nachwuchsforschenden sind elf Professorinnen und Professoren der Albert-Ludwigs-Universität beteiligt, die bereits mehrere Publikationen zur Imperienforschung vorgelegt haben. Sprecher des Kollegs ist Prof. Dr. Peter Eich vom Seminar für Alte Geschichte.


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