Literaturwissenschaft im Labor

Gegenwartsautor Marcel Beyer trifft auf Doktoranden der Universität Bonn. Öffentliche Veranstaltung



Der Erfolgsautor Marcel Beyer stellt sich in einem Laborgespräch den Fragen von Literaturwissenschaftlern der Universität Bonn. Die Doktoranden des neuen DFG-Graduiertenkollegs ,,Gegenwart/Literatur" treibt die Frage um, welches Bild von Literatur und Literaten sie eigentlich haben, und warum diese Vorstellung so ganz anders ist als für die meisten Menschen außerhalb der Universität. Das Graduiertenkolleg lädt zu dieser Veranstaltung für Montag, 22. Oktober, 18:15 Uhr in den Dekanatssaal der Philosophischen Fakultät im Universitätshauptgebäude ein. Medienvertreter und sonstige Interessierte sind herzlich dazu eingeladen! Der Eintritt ist frei.


Marcel Beyer ist Träger des Georg-Büchner-Preises (2016) und einer der bekanntesten deutschen Autoren der Gegenwart. Schon allein deshalb ist er immer wieder ein gern gesehener Gast in Universitäten. Dort kämpfen Literaturwissenschaftler immer noch gegen das Image des weltfremden Geisteswissenschaftlers, der zwischen staubigen alten Büchern sitzt. Experimente und spannende Versuche sollen neue Perspektiven eröffnen, indem der Hörsaal zum Labor umgewandelt wird: Bei sogenannten Poetikdozenturen und Werkstattgesprächen sind Autoren nicht nur Stargäste. Sie dienen den Forschern auch als Spiegelfläche, als Zeitzeugen oder als kommentierende Autoren, die ihr eigenes Werk prägnant erklären können.

Marcel Beyer ist selbst Literaturwissenschaftler und als solcher vertraut mit der akademischen Welt und dem literaturwissenschaftlichen Kommunikationsstil, ein typischer ,,gelehrter Dichter" (poeta doctus). Diese Verbindung führt aber auch zu Distanzund Rollenkonflikten zwischen Wissenschaftlern und Autoren, denen das neue Bonner Graduiertenkolleg ,,Gegenwart/Literatur" in seinem Laborgespräch mit Marcel Beyer nachgehen will. Zusammen mit Beyer werden die Veranstaltungsorganisatoren Sonja Lewandowski und Dr. Johannes Franzen nicht nur die Rolle des zeitgenössischen Schriftstellers als Wissenschaftler einerseits und als Objekt der Wissenschaft andererseits diskutieren, sondern auch ihre eigene Forschung zur Gegenwartsliteratur kritisch reflektieren.