Kleine Pumpen, starke Leistung

Anjan Bhat Kashekodi, Ardavan Shabanian, David Stork und Hans Rainer Stork (von

Anjan Bhat Kashekodi, Ardavan Shabanian, David Stork und Hans Rainer Stork (von links). Foto: muVaP

Freiburger Start-up erhält etwa eine Million Euro im Programm EXIST-Forschungstransfer

Etwa eine Million Euro für ,,muVaP" (Micro-Ventile-und-Pumpen), das besonders leistungsfähige Mikropumpen und Mikroventile entwickelt: Die Freiburger Forschenden Ardavan Shabanian , Hans Rainer Stork , Anjan Bhat Kashekodi und David Stork erhalten eine Förderung im Programm EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, des Europäischen Sozialfonds und der Europäischen Union. Das Gründerbüro der Universität Freiburg unterstützt und berät das Vorhaben, das an der Professur für die Konstruktion von Mikrosystemen am Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Albert-Ludwigs-Universität angesiedelt ist. Es handelt sich um eine der größten EXIST-Förderungen, die ein Start-up der Universität Freiburg in den vergangenen Jahren erhalten hat.

Das Start-Up entwickelt Mikropumpen, die im Vergleich zu bestehenden Produkten auch die Funktion eines Mikroventils besitzen, sodass das Gerät sowohl die Funktion einer Pumpe als auch die eines Ventils wahrnehmen kann. Die Mikropumpen und -ventile sind ein wichtiger Teil von Anwendungen der Mikrofluidik, die sich mit dem Verhalten von Flüssigkeiten und Gasen auf kleinstem Raum beschäftigt. Sie werden beispielsweise in der Automobilindustrie, Raumfahrt, Biotechnologie, Pharmaindustrie, Medizin und in Lab-on-a-Chip-Anwendungen eingesetzt. Lab-on-a-Chip-Anwendungen ermöglichen die Analyse von Substanzen auf kleinstem Raum. Die Pumpen haben eine Grundfläche von wenigen Quadratzentimetern und eine Bauhöhe von nur wenigen Millimetern und sind in der Lage, sowohl große als auch kleinste Flüssigkeitsmengen präzise zu dosieren.

Die Freiburger Forschenden entwickeln Mikropumpen und -ventile, die im Vergleich zu bisherigen Systemen kleiner sind, weniger kosten und weniger Energie verbrauchen. Zudem sollen die neuartigen Pumpen und Ventile im Vergleich zu bestehenden Technologien eine höhere Durchflussmenge, auch Flussrate genannt, bieten. Diese gibt an, welche Menge einer Flüssigkeit oder eines Gases pro Zeitspanne durch die Pumpe transportiert wird. Eine Herausforderung ist, die geforderte Leistung unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die jeweilige Applikation zu liefern. Um die Produkte serienreif zu machen, ist die enge Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern notwendig. Insgesamt bieten die Mikropumpen und -ventile muVaP zufolge in ihren Anwendungsbereichen viele Vorteile gegenüber bisherigen Produkten.

Das Programm EXIST-Forschungstransfer unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Das Gründerbüro der Universität Freiburg hilft universitären Start-ups, einen Antrag zu stellen, und stellt zugleich die in der Programmausschreibung geforderte Einbindung in ein gründungsunterstützendes Netzwerk sicher.