Kaiserliche Pharaonen - Pharaonische Kaiser

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Kaiser Augustus, hieroglyphisch: Autokrator Kaisaros Motiv links: Hieroglyphisch geschriebene Titelfolge ’Autokrator Kaisaros’ als Bezeichnung des römischen Herrschers auch über Ägypten. Relieffragment, Ägyptisches Museum Bonn, Foto: Jutta Schubert / Uni Bonn. Motiv rechts: Augustus. Gipsabguss. Akademisches Kunstmuseum Bonn, Foto: Gisela Geng / CodArchLab, Universität zu Köln, Montage: Frank Förster / Uni Bonn Montage: Frank Förster / Universität Bonn

Neue Sonderausstellung im Ägyptischen Museum der Universität Bonn bis zum 30. November 2019



Wie Macht und Herrschaft der römischen Principes in ihrer Doppelrolle als Principes in Rom und pharaonische Herrscher in Ägypten dargestellt und inszeniert wurde, zeigt eine neue Sonderausstellung im Ägyptischen Museum der Universität Bonn ab 18. Juni 2019. Die Ausstellung geht hervor aus der Zusammenarbeit des Ägyptischen Museums mit dem Bonner Sonderforschungsbereich 1167, Macht und Herrschaft.


Römische Herrschaftsinszenierung präsentiert eine neue Sonderausstellung im Ägyptischen Museum der Universität Bonn. Sie zeigt einerseits, wie römische Kaiser in pharaonischer Tradition in Ägypten dargestellt wurden, und andererseits, wie in Rom die Herrschaft des Imperators als ägyptischer Pharao vermittelt wurde.
Exemplarisch rücken drei Kaiser in den Mittelpunkt: Der erste römische Kaiser Augustus; er hatte Ägypten im Jahr 31 v. Chr. erobert und herrschte bis 14 n. Chr.; der zweite ist Domitian, römischer Kaiser bis 96 n. Chr., sowie drittens Hadrian, römischer Kaiser bis 138 n. Chr.

Unter Augustus geprägte Münzen dokumentieren beispielsweise den Herrschaftsanspruch über das Land am Nil, das als gefangenes Krokodil dargestellt wurde. Eines der interessantesten Monumente für den römisch-ägyptischen Kulturkontakt und -austausch ist der hieroglyphisch beschriftete Obelisk des Domitian in Rom: ,,Geliebt von Isis" steht dort drauf. Der römische Kaiser zeigte also in seiner Selbstdarstellung, dass er sich von der ägyptischen Gottheit beschützt sieht.

Gezeigt werden ausgewählte Exponate des Ägyptischen Museums und Leihgaben des Akademischen Kunstmuseums der Universität: Gipsbüsten der genannten Kaiser, römische Münzen mit ägyptischem Bezug, ein Relieffragment mit hieroglyphisch geschriebenen kaiserlichen Titeln, dann u. a. auch Terrakotten mit Darstellungen in ägyptisch-römischem "Mischstil". Die Schau stößt in das Spannungsfeld vor, das sowohl vom Kulturaustausch als auch von Macht und Herrschaft der "römischen Pharaonen" und ihrer Repräsentation geprägt ist.

Die Ausstellung wurde gemeinsam organisiert von zwei Teilprojekten des Bonner Sonderforschungsbereiches ,,Macht und Herrschaft" (SFB 1167). Es sind dies die Teilprojekte ,,Vom doppelten Horus. Königsideologische Arbeit in der formativen Phase des ägyptischen Königtums und ihre Inszenierung" unter der Leitung von Ludwig D. Morenz, Ägyptologie, sowie ,,Prekäre Divinität: Sakrale Selbstdefinitionen des Kaisers in Rom im Konflikt konkurrierender Herrschaftsbegründungen" unter der Leitung von Konrad Vössing, Alte Geschichte.
Konzipiert und realisiert wurde die Ausstellung von des. Gunnar Sperveslage in Zusammenarbeit mit Frank Förster, Kurator des Ägyptischen Museums.

Öffnungszeiten des Ägyptischen Museums: dienstags bis freitags, 13-17 Uhr, samstags und sonntags 13-18 Uhr.


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