Johannes Gutenberg-Universität Mainz zeichnet exzellente französische Historikerin aus  

Corine Defrance, Trägerin des Gutenberg Research Award 2019

Corine Defrance, Trägerin des Gutenberg Research Award 2019

Johannes Gutenberg-Universität Mainz zeichnet exzellente französische Historikerin aus

Das Gutenberg Forschungskolleg (GFK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zeichnet die französische Historikerin Corine Defrance mit dem Gutenberg Research Award 2019 aus. Damit würdigt die JGU nicht nur die exzellenten Forschungsergebnisse von Defrance, sondern auch ihre besonderen Verbindungen nach Mainz und ihr starkes Engagement für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. "Corine Defrance hat sich insbesondere um die Aufarbeitung der deutsch-französischen Beziehungsgeschichte verdient gemacht und hierzu eine Vielzahl von Publikationen vorgelegt", so der Direktor des GFK, Thomas Hieke. "Einige dieser Publikationen gelten inzwischen als Standardwerke zur Entwicklung des deutsch-französischen Verhältnisses nach dem Zweiten Weltkrieg, allen voran der mit dem deutschen Historiker Ulrich Pfeil verfasste Band 'Deutschland und Frankreich 1945-1963. Eine Nachkriegsgeschichte in Europa'." Seit 2012 verleiht das GFK, die zentrale Einrichtung zur Förderung der Spitzenforschung an der JGU, jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Gutenberg Research Award an international herausragende Forscherinnen und Forscher. Der diesjährige Preis wird am 6. Mai 2019 auf der GFK-Jahresfeier überreicht.

Corine Defrance, geboren 1966 in Dieppe, forscht seit 1995 am Centre national de la recherche scientifique (CNRS), einer französischen Organisation, die mit der deutschen Max-Planck-Gesellschaft vergleichbar ist. Seit 2003 lehrt sie zudem an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit bilden die deutsche Geschichte im 20. und 21.Jahrhundert, die deutsch-französischen Beziehungen in diesem Zeitraum und die europäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. "Welche Wirkung Corine Defrance erzielt und welche Anerkennung sie sich erworben hat, belegen auch ihre zahlreichen fachübergreifenden Aktivitäten", erläutert Michael Kißener, Dekan des Fachbereichs Geschichtsund Kulturwissenschaften der JGU, der die Preisträgerin nominiert hat. "Unter anderem leitet sie den interdisziplinären Forschungsverbund 'L'Europe des guerres et traces de guerre' und sie gehörte lange der Kommission zur Veröffentlichung der diplomatischen Akten des französischen Außenministeriums an."

Die Verbindungen Corine Defrances nach Mainz reichen bis zur ihrer Dissertation zurück, in der sie die Grundlagen französischer Kulturpolitik im besetzten Deutschland der Jahre 1945 bis 1955 untersuchte und dabei die Universitätsgründung in Mainz behandelte. Auch im Zuge späterer Forschungen beschäftigte sie sich mit der Mainzer Universitätsgeschichte. Sie wertete hierzu Quellen im Universitätsarchiv aus und suchte die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der JGU, was zu gemeinsamen Tagungen und Publikationen führte. Auch bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat sie engagiert mit dem Historischen Seminar der JGU zusammengearbeitet: Im Jahr 2017 wurden dort zwei Dissertationen in einem deutsch-französischen Cotutelle-Verfahren abgeschlossen, an denen sich Defrance als Erstgutachterin auf französischer Seite beteiligte. "Durch die Vergabe des Gutenberg Research Award 2019 an Corine Defrance binden wir diese exzellente Forscherin weiter an uns und fördern so die internationale Zusammenarbeit und die internationale Sichtbarkeit der JGU", betont GFK-Direktor Thomas Hieke. Anlässlich ihrer Ehrung wird Corine Defrance auf der GFK-Jahresfeier am 6. Mai reden sowie Vorträge auf weiteren Veranstaltungen an der JGU halten und mit Studierenden diskutieren.