Internationaler Aktionstag "Stoppt Gewalt an Frauen"

© WWU

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Das Ausmaß der Gewalt an Frauen* in Deutschland zeigt: Wir sind noch lange nicht in einer geschlechtergerechten Gesellschaft angekommen. Diese geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen ist eine wichtige Aufgabe auf dem Weg zu einer tatsächlichen Gleichberechtigung.
Unsere digitale Ausstellung zeigt verschiedene Gewaltdimensionen auf, gibt Hintergrundinformationen zur Geschichte des Tages und stellt Studien zu Gewalt gegen Frauen im Studium und am Arbeitsplatz vor.
Hier geht es zur digitalen Ausstellung


Die WWU positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der WWU gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeitsund Studienklima sicherzustellen.

Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der WWU finden Sie auf unserer Homepage.


Im Rahmen eines Projektes zur Prävention sexualisierter Gewalt im Hochschulsport hat die ZBE Hochschulsport der WWU Münster im Oktober 2019 eine Arbeitsgruppe gegründet. Auf Basis eines gemeinsamen entwickelten Konzeptes wurde diverse Maßnahmen entwickelt und zum Teil bereits umgesetzt. Informationen zum Projektstand finden Sie auf den Seiten des Hochschulsports

RISE - ein Programm zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Frauen in Indien

Christina Nieder, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie der WWU Münster entwickelte und evaluierte im Rahmen ihrer Promotion ein Programm zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Frauen in Indien (RISE). In die Konzeptualisierung und Durchführung des Programms bezog sie Expert*innen verschiedener Nichtregierungsorganisationen in Indien ein.

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Literatur:
Nieder, C., Muck, C, & Kärtner, J. (2019). Sexual violence against women in India - Daily life and coping strategies of young women in Delhi. Violence Against Women, 25(14), 1717-1738. doi.org/10.1177/1077­801218824056
Nieder, C., Bosch, J. F., Nockemann, A. P., & Kärtner, J. (in press). Evaluation of RISE - a sexual violence prevention program for female college students in India. Journal of Interpersonal Violence. doi.org/10.1177/0886­260520959631

Schulbasierte Prävention sexualisierter Gewalt im Jugendalter

Prävention gegen Gewalt an Frauen ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In diesem Sinne ist die Schule ein zentraler Ort für den systematischen Einsatz präventiver Maßnahmen.

In diesem Projekt wurde ein in der Praxis entwickeltes, schulbasiertes Angebot der Beratungsstelle Zartbitter Münster e.V. zur Prävention sexualisierter Gewalt im Jugendalter (practitioner program) basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen weiterentwickelt (scientist-practitioner-program) und evaluiert. Beide Varianten des Präventionsangebots wurden an mehreren Gymnasien (8./9. Jahrgangsstufe) umgesetzt und in einer randomisierten Interventions-Kontrollgruppenstudie zu drei Messzeitpunkten (Prätest, Posttest, 6-Monate-Follow-up) evaluiert.

Literatur:
Muck, C., Schiller, E.-M., Zimmermann, M., & Kärtner, J. (2018). Preventing sexual violence in adolescence: Comparison of a scientist-practitioner and a practitioner program using a cluster-randomized design. Journal of Interpersonal Violence. doi.org/10.1177/0886­260518755488
Muck, C., Schiller, E.-M., & Kärtner (2018). Prävention sexualisierter Gewalt im Jugendalter - Evaluationsstudie zur Wirkung zweier schulischer Präventionsprogramme auf Disclosurebereitschaft und Viktimisierungserleben. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation. 38(2), 118-134.

Sexualisierte Gewalt: Ein zentrales Thema in der Lehre am Institut für Psychologie

Im Rahmen von Bachelorund Masterarbeiten, einschlägigen Lehrprojekten und Blockseminaren findet das Thema Sexualisierte Gewalt Eingang in die Lehre am Institut für Psychologie.

Hier (pdf) finden Sie einen Überblick über die Lehrveranstaltungen und einschlägigen Abschlussarbeiten.

Vergewaltigung. Wem zu selten zugehört wird? Den Betroffenen.
Ein Beitrag einer Studentin der WWU


Es wird spätestens seit Me Too immer mal wieder über sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung diskutiert. Ab und an taucht der Begriff Rape Culture auf, von dem sich alle sehr angegriffen fühlen. Aber was steckt hinter dem Begriff? Ist er sinnvoll? Warum wird er benutzt? Und was sagen eigentlich Betroffene dazu? Auf die Fragen findet man selten eine Antwort.
Weiterlesen (pdf)

16 ways you can stand against rape culture Aktionsseite der UN Women


Digitale Gewalt ist ein Sammelbegriff für verschiedene Gewaltakte, die im digitalen Raum, also z.B. in sozialen Netzwerken oder über Messenger-Dienste, stattfinden. Hierzu zählen u.a. das unerlaubte Verbreiten intimer Aufnahmen, Vergewaltigungsdrohungen, Cyberstalking bzw. -mobbing und hate speech. Was diese Begriffe unterscheidet bzw. eint und wie auch im digitalen Raum Zivilcourage geleistet werden kann, zeigen die Informationsvideos der Kampagne digital und real des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen und -notrufe (bff) sowie die Infokampagne Stärker als Gewalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Dabei steht im Vordergrund, dass Gewalt gegen Frauen auch bei einer Verlagerung in den digitalen Raum immer reale und einschneidende Konsequenzen für das Leben von Betroffenen hat. Gerade im Zuge der Corona-Pandemie sind wir aufgrund von digitaler Lehre und Home-Office deutlich mehr auf digitale Strukturen angewiesen. Umso wichtiger ist es, diese aktiv diskriminierungsfrei zu gestalten, Fälle digitaler Gewalt anzuzeigen, sich rechtlicher Fakten bewusst zu werden und Betroffenen digitaler Gewalt zu helfen.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): Informationskampagne ,,Stärker als Gewalt"
Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff): Kampagnen und Projekte zum Thema Gewalt gegen Frauen
European Institute for Gender Equality (EIGE): Themenseite zu geschlechtsspezifischer Gewalt auf EU-Ebene
UN Women: 16 Aktionstage gegen geschlechtsspezifische Gewalt
Bundeskonferenz der Frauenund Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof): Informationsmaterialen zum Thema Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen
Leipzig-Institut für Sozialwissenschaften (GESIS): Geschlechtsbezogene und sexualisierte Gewalt in der Wissenschaft


Warum fokussiert die Ausstellung ausschließlich Gewalt gegen Frauen?

Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich unsere digitale Ausstellung auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt - ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter ,,Frau" verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.
Gerade bei dem Thema Gewalt, ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht - all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.
Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.

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