’Inspiration für meine Forschungsarbeit’

Vom 26. Juni bis zum 1. Juli besucht Gaukhar Khassenova die 71. Lindauer Nobelpr

Vom 26. Juni bis zum 1. Juli besucht Gaukhar Khassenova die 71. Lindauer Nobelpreisträgertagung. © MPI für Kohlenforschung/Ilija Coric

Die 71. Lindauer Nobelpreisträgertagung widmet sich vom 26. Juni bis zum 1. Juli der Disziplin Chemie. Doktorandin Gaukhar Khassenova promoviert am Organisch-Chemischen Institut in der Arbeitsgruppe von Olga Garcia Mancheño und nimmt als einziges WWU-Mitglied an der Veranstaltung teil. Kathrin Kottke sprach mit ihr im Vorfeld über ihre Arbeit und Erwartungen.

In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit verschiedenen organokatalytischen enantioselektiven Reaktionen - eine Methode der modernen Chemie. Diese ist zum Beispiel in der Pharmazie für die gezielte Herstellung von bestimmten Enantiomeren nützlich...

Jetzt verraten Sie uns zunächst, was Enantiomere sind...

Enantiomere sind Moleküle, die spiegelbildlich aufgebaut sind und unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben können. Daher ist es wichtig, selektiv die ‚richtigen’ Enantiomere mit der gewünschten Wirkung herzustellen. In der Organokatalyse verwenden wir kleine organische Moleküle zur effizienten Katalyse chemischer Umwandlungen - ohne den Einsatz von Übergangsmetallen oder Enzymen. Sie ist einer der wichtigsten Bereiche der organischen Chemie. Im vergangenen Jahr haben Benjamin List und David MacMillan für die Entwicklung der asymmetrischen Organokatalyse den Nobelpreis für Chemie erhalten, was die Bedeutung dieser Entdeckung verdeutlicht.

Auf was freuen Sie sich am meisten beim Besuch der Tagung?

Natürlich bin ich auf die Nobelpreisträger und ihre Vorträge gespannt. Ich freue mich aber ebenso, mit anderen jungen Chemikern aus der ganzen Welt zu diskutieren. Besonders freue ich mich darauf, an den Diskussionen über die organische Chemie teilzunehmen, um den Teilnehmern neue Ideen und Erkenntnisse zu vermitteln. Es ist eine große Ehre für mich, die Lindauer Tagung zu erleben und dazu beizutragen, die WWU und das Institut für Organische Chemie sowie mein Heimatland Kasachstan zu vertreten.

Haben Sie denn auch konkrete Erwartungen mit Blick auf die Konferenz?

Ich glaube, dass die Konferenz eine große wissenschaftliche Inspiration für meine Forschungsarbeit ist und dass der Wissensund Erfahrungsaustausch mir neue Perspektiven eröffnet. Die Tagung bietet Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, an Diskussionen und Workshops teilzunehmen. Nicht zuletzt ermöglicht eine Vielzahl von gesellschaftlichen Programmpunkten, die Nobelpreisträger kennenzulernen und zudem neue Freunde unter den jungen Wissenschaftlern zu finden und Netzwerke aufzubauen.

Könnte das auch Ihrer akademischen Laufbahn einen weiteren Schub geben?

Ganz sicher. Das Kennenlernen von Wissenschaftskulturen verschiedener Länder ist für mich besonders spannend. Darüber hinaus sprechen die Nobelpreisträger auch über den Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn und ihre Strategien, mit Stress, Unsicherheiten und Zweifeln umzugehen - ohne ihren Enthusiasmus und ihre Leidenschaft für die Wissenschaft zu verlieren. Von diesen Berichten kann ich sicher viel lernen.

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