Innovativ für Berufe ausbilden - wie geht das und wer kann das?

Forschende der Universität Paderborn diskutieren auf der InnoVET Fachtagung über Kompetenzen für innovative berufliche Bildung

Foto (Bundesinstitut für Berufsbildung/Ulrike Preuß): Die leitenden Wissenschaft
Foto (Bundesinstitut für Berufsbildung/Ulrike Preuß): Die leitenden Wissenschaftler*innen (v. l. n. r.) Hubert Ertl (BIBB), Dina Kuhlee (Universität Magdeburg) und H.-Hugo Kremer (Universität Paderborn) der Begleitforschung des Innovationswettbewerbs InnoVET diskutierten in einer Talkrunde gemeinsam mit Christoph Acker (BMBF) erste Ergebnisse.

E-Ladesäulen planen und installieren, industrielle Teile reinigen, Mikround Nanotechnologie entwickeln oder Gebäudetechnik intelligent vernetzen: Viele Branchen befinden sich im Umbruch und suchen händeringend qualifizierte Fachkräfte für die neuen Aufgabenfelder. Andere Ausbildungsbetriebe fragen sich, wie sie auch Personen mit schlechten Schulnoten eine Ausbildung ermöglichen oder die berufliche und akademische Bildung verknüpfen können. Im Rahmen des Wettbewerbs -Zukunft gestalten - Innovationen für eine exzellente berufliche Bildung- (InnoVET) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Projekte, die innovative Qualifizierungsangebote für die berufliche Bildung entwickeln, um den Herausforderungen einer dynamischen Arbeitswelt zu begegnen.

Anfang Mai haben die 17 InnoVET-Projekte ihre Ergebnisse auf der InnoVET-Fachkonferenz 2023 unter dem Leitsatz -Innovationen erleben. Exzellenz gestalten. Berufsbildung stärken.- in Berlin präsentiert. Über 350 Teilnehmer*innen aus Praxis, Politik und Wissenschaft tauschten sich über die vorgestellten Lösungen aus, die von Lernplattformen über gewerkeübergreifende Fortbildungen bis hin zu neu gestalteten Berufslaufbahnen oder studienintegrierenden Ausbildungen reichten.

Wissenschaftlich begleitet wird der Innovationswettbewerb von der Universität Paderborn, der Universität Magdeburg und dem Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ziel der Begleitforschung ist es, die neuen Bildungsangebote in die Breite zu tragen und Erkenntnisse, Konzepte sowie prototypische Entwicklungen aus den InnoVET-Projekten für die Berufsbildung insgesamt zugänglich zu machen. Eine Talkrunde mit H.-Hugo Kremer (Universität Paderborn), Hubert Ertl (BIBB), Dina Kuhlee (Universität Magdeburg) und Christoph Acker (BMBF) gab erste Einblicke in die Begleitforschung. -Die Gestaltung aber auch Implementierung von Innovationen gewinnt in der beruflichen Bildung zunehmend an Bedeutung. Die Forschungsbegleitung der InnoVET Projektlinie des BMBF bietet uns die Möglichkeit, den Blick auf sehr unterschiedliche Innovationsprozesse zu werfen und damit grundlegende Erkenntnisse für den Umgang mit Innovationen, aber auch für den Transfer zu gewinnen. Wir tragen damit dazu bei, die Berufsbildung zukunftssicher aufzustellen und den Transformationsprozess mitzugestalten. Denn das berufliche Bildungspersonal sieht sich mit einem Wandel in den beruflichen Handlungsfeldern und den zugrundeliegenden Arbeitsund Geschäftsprozessen sowie Veränderungen in den beruflichen Bildungswegen konfrontiert. Eines ist sicher: Die Stärkung des Fachkräftenachwuchs braucht professionelles Bildungspersonal. Hier bietet unsere Forschung wichtige Impulse-, fasst Kremer die Bestrebungen der Begleitforschung am eigenen Standort zusammen. Ertl betonte mit einem Verweis auf die Nachwuchsgruppenstruktur darüber hinaus noch eine weitere Besonderheit, die sich auch im Projekt -Innovationsund Transferprozesse in der Berufsbildung- (ITiB) der Universität Paderborn widerspiegelt.

über das Begleitforschungsprojekt -ITiB-

So arbeiten in dem -ITiB-Vorhaben Prä- und Postdoktorandinnen mit Professoren des Departments Wirtschaftspädagogik zusammen, um anhand der neuartigen Anforderungen Kompetenzprofile für das Bildungspersonal zu erstellen sowie innovative Qualifizierungsangebote in der beruflichen Bildung zu erproben und zu implementieren. Der individuelle Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf der Gestaltung der Innovationsund Transferprozesse, woraus gestaltungsbasierte Erkenntnisse abgeleitet werden sollen. Zum Start in die zweite Projektphase liegt der Fokus nun vor allem auf der Begleitung der Transferprozesse von den entwickelten InnoVET-Ansätzen und auf dem Austausch mit den Transfernehmer*innen.