Humboldt-Gastwissenschaftler kommt an die Universität Hamburg

Foto: Piotr Kociumbas   habil. Piotr Kociumbas wird ab Oktober 2019 an der Unive

Foto: Piotr Kociumbas habil. Piotr Kociumbas wird ab Oktober 2019 an der Universität Hamburg zum geistlichen Lied am Akademischen Gymnasium zu Danzig im 17.Jahrhundert forschen.

Ab Oktober 2019 wird Dr. habil. Piotr Kociumbas vom Institut für Germanistik der Universität Warschau für ein Jahr als Gastwissenschaftler an die Universität Hamburg kommen. Er erhält ein ,,Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler" der Alexander von Humboldt-Stiftung. Kociumbas wird an der Fakultät für Geisteswissenschaften arbeiten und eng mit dem dortigen Forschungsschwerpunkt ,,The Early Modern World" kooperieren.

Piotr Kociumbas forscht zum Thema ,,Zwischen Kirchengesang, Schulorganisation und Hauskatechese. Das geistliche Lied am Akademischen Gymnasium zu Danzig im 17.Jahrhundert". Im Zentrum seines Forschungsvorhabens stehen zwei Liedersammlungen aus dem deutschen Sprachraum, die in der Zeit ihres Erscheinens eine besondere, nicht nur lokale Bedeutung hatten: ,,Lobsingende Herzensandacht [...]" (1656) und ,,Geistliche Singund Betstunde" (1657).

Beide Sammlungen entstanden aus der Kooperation Johann Maukischs (1617-1669), Rektor des Akademischen Gymnasium zu Danzig sowie Pastor der gymnasialen Dreifaltigkeitskirche, und Thomas Strutius (1621-1687), dem dortigen Organisten. Die Werke bildeten in der Geschichte des deutschsprachigen geistlichen Liedes das beispiellose Fundament für eine komplexe Strategie didaktisch-pädagogischer Aktivitäten im Kirchen-, Schulund Hausbereich. ,,Die Lieder wurden in verschiedenen Kontexten genutzt, um die Botschaften der Kirche zu verbreiten, den Alltag am Gymnasium zu gestalten und zu Hause erzieherisch zu wirken", erklärt habil. Piotr Kociumbas.

Kociumbas studierte an der Universität Danzig Germanistik, promovierte 2008 an der Neuphilologischen Fakultät der Universität Warschau und habilitierte sich dort 2018 für Neuere deutsche Literatur. Er wird die Werke aus literatur-, musikund theologiehistorischer Perspektive untersuchen. Geplant ist eine kritische Ausgabe des Doppelwerks.

An der Universität Hamburg ist er zu Gast am Institut für Kirchenund Dogmengeschichte bei Anselm Steiger, dem Leiter des Instituts. Die Arbeit findet zudem im Rahmen des universitären Forschungsschwerpunkts ,,The Early Modern World" statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen arbeiten hier zusammen und erforschen unter anderem, wie die Menschen in der Frühen Neuzeit trotz großer konfessioneller Spaltungen in Europa zusammenlebten.

Das ,,Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler" der Alexander von Humboldt-Stiftung gibt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland die Möglichkeit, ein langfristiges Forschungsvorhaben von sechs bis 18 Monaten in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen. Pressemitteilung als PDF


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