Humboldt-Forschungspreis für Ege Kavalali

Ege T. Kavalali    von der Vanderbilt University (USA). © Foto: Privat

Ege T. Kavalali von der Vanderbilt University (USA). © Foto: Privat

Wissenschaftler aus den USA verstärkt das Team des Neurozentrums am Universitätsklinikum Bonn



Ege T. Kavalali aus den USA erhält den Forschungspreis der Alexander von Humboldt Stiftung. Susanne Schoch McGovern vom Neurozentrum des Bonner Universitätsklinikums hat den Wissenschaftler für den mit 60.000 Euro dotierten Preis nominiert. Nun soll die Kooperation mit dem renommierten Wissenschaftler intensiviert werden.


Seit vielen Jahren arbeitet Prof. Kavalali von der Vanderbilt University in Nashville (USA) eng mit Wissenschaftlern des Neurozentrums des Universitätsklinikums Bonn zusammen und spielt als Mitglied des externen Beratungsgremiums des Sonderforschungsbereichs 1089 ,,Synaptic Microcircuits" bereits eine wichtige Rolle.

,,Prof. Ege Kavalali hat auf Basis seiner herausragenden Forschungsergebnisse neue Konzepte auf dem Gebiet der Kommunikation zwischen Nervenzellen beigetragen. Er konnte zeigen, dass Nervenzellen einen spezialisierten Apparat besitzen, um auch ohne elektrische Aktivität spontan Botenstoffe auszusenden und anschließend effektiv wiederzuverwerten", sagt Schoch McGovern. Diese Erkenntnis hat auch für die Neurologie Bedeutung, da eine Klasse von stark antidepressiv wirkenden Medikamenten sich die Modulation dieser spontanen Kommunikation zu Nutze macht.

In diesem Jahr wollen die Wissenschaftler, gemeinsam mit Dirk Dietrich vom Neurozentrum des Universitätsklinikums Bonn, zwei hoch-innovative Forschungsprojekte angehen. In einem soll die Vermutung aufgeklärt werden, warum die Vorgänge des Freisetzens und der Wiederverwertung von Vesikeln, welche Botenstoffe enthalten, so effektiv sind. Die Wissenschaftler wollen nun zeigen, dass diese Effektivität darauf beruht, dass dieselben Proteine, die zur Freisetzung beitragen, auch die Wiederaufnahme unterstützen. In einem zweiten Projekt wollen die Wissenschaftler ein hochauflösendes Mikroskopieverfahren weiterentwickeln, um den zu spontaner Neurotransmitterfreisetzung spezialisierten Mikrobereich innerhalb einer Synapse erstmals zu bestimmen.

Kavalali ist Professor an der Vanderbilt University in Nashville (USA). Er hat mehr als 115 Arbeiten veröffentlicht und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den NARSAD Distinguished Investigator Award der Brain & Behavior Research Foundation und den Vorsitz der Gordon Conference Synaptic Transmission.

Susanne Schoch McGovern Institut für Neuropathologie Universität Bonn Tel. 0228/28719109
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