Höchstspannungs-Erdkabel und Funksensoren in der Landwirtschaft

Universität Göttingen präsentiert zwei Projekte auf der Agritechnica in Hannover

(pug) Die Auswirkungen von 380-kV-Erdkabeln auf landwirtschaftliche Böden und der Einsatz von Netzwerken von Funksensoren in der Landwirtschaft - diese beiden aktuellen Forschungsprojekte stellt die Universität Göttingen auf der diesjährigen Agritechnica vor. Die ‘Weltleitmesse für Landtechnik’ findet vom 10. bis 16. November 2019 auf dem Messegelände in Hannover statt.

Wie sich Höchstspannungs-Erdkabel auf landwirtschaftliche Böden auswirken, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Abteilung Agrarpedologie der Universität Göttingen zurzeit in einem Feldversuch am Versuchsgut Reinshof bei Göttingen. In Kooperation mit dem Netzbetreiber TenneT erforschen sie dort auf einem mehr als 2.500 Quadratmeter großen Testgelände den Einfluss des Baus und Betriebs von 380-kV-Wechselstrom-Erdkabeltrassen auf die Struktur des Bodens, die Wasserund Temperaturdynamik, seinen Nährstoffhaushalt und das Ertragspotenzial. Die Daten werden sowohl über stationäre Sensoren als auch die regelmäßige Entnahme von Proben aus dem Feld aufgenommen und im Labor analysiert. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren wollen die Forscherinnen und Forscher so mögliche Veränderungen der landwirtschaftlich relevanten Funktionen des Bodens ermitteln und auswerten.

Die Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen beschäftigt sich mit dem Einsatz von Netzwerken von Funksensoren in der Landwirtschaft. Im Projekt ‘Agvolution’ entwickelt ein Team eigene Sensoren, mit denen ein Monitoring der landwirtschaftlichen Prozesse wie beispielsweise dem Mikroklima und dem Pflanzenwachstum auf den Feldern ermöglicht wird. Mithilfe von drahtlosen Netzwerken lassen sich diese Daten dauerhaft, günstig und energieeffizient über mehrere Kilometer Entfernung sammeln und überprüfen. Das Projekt Agvolution bietet Nutzerinnen und Nutzern eine einfach zu betreibende Online-Plattform mit programmierten Entscheidungshilfen zur Steuerung der landwirtschaftlichen Prozesse. Ziel ist es, den Einsatz von Ressourcen auf das notwendige Maß für jede Teilfläche eines Ackerfeldes zu beschränken und dadurch sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Ressourceneffizienz und den ökologischen Fußabdruck der Landwirtschaft zu optimieren.


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