Herausragende Dissertationen in den Materialwissenschaften

Peter-Haasen-Preis für Dr. Mona-Christin Maaß und Tobias Meyer - Verleihung am 25. April 2022

Dr. Mona-Christin Maaß und Tobias Meyer erhalten für ihre Dissertationen an der Fakultät für Physik der Universität Göttingen den Peter-Haasen-Preis. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre für herausragende Doktorarbeiten im weiteren Bereich der Materialwissenschaften an der Universität Göttingen verliehen und ist mit je 5.000 Euro dotiert. Der Preis ist benannt nach dem Göttinger Physiker Peter Haasen, der von 1959 bis 1993 das damalige Institut für Metallphysik und heutige Institut für Materialphysik der Universität Göttingen leitete und die Metallphysik des 20. Jahrhunderts international entscheidend prägte. Die öffentliche Preisverleihung findet im Rahmen eines Festkolloquiums am Montag, 25. April 2022, statt. Beginn ist um 16.30 Uhr im Hörsaal 2 der Fakultät für Physik, Friedrich-Hund-Platz 1.

Maaß wurde 2020 an der Universität Göttingen mit dem Thema -Beziehung zwischen Struktur und Bruchzähigkeit von Holzzellwänden- promoviert. In ihrer stark interdisziplinär ausgerichteten Dissertation am Institut für Materialphysik in der Arbeitsgruppe von Cynthia A. Volkert vereinte sie breitgefächerte Kenntnisse aus den Forstwissenschaften, der Physik und Polymerchemie sowie der mechanischen Eigenschaften von Festkörpern. Es gelang ihr, ein vertieftes Verständnis für den Einfluss der hierarchisch aufgebauten Struktur von Holzzellwänden auf die außergewöhnlich hohe Bruchzähigkeit von Holz als nachhaltigem Konstruktionswerkstoff zu gewinnen. Ihre Arbeit zeigt darüber hinaus ganz allgemein, wie der Widerstand gegen Rissausbreitung in Verbundwerkstoffen durch intelligentes Design der Grenzflächenstrukturen erhöht und damit diese Werkstoffklasse deutlich höheren mechanischen Belastungen ausgesetzt werden kann.

Meyer fertigte seine Dissertation mit dem Thema -Structural and Electronic Investigation of Strongly Correlated Transition Metal Oxide Perovskite Thin Films and Interfaces using In-situ Transmission Electron Microscopy- am 4. Physikalischen Institut in der Arbeitsgruppe von Michael Seibt an. Sein Fokus liegt auf der Untersuchung der strukturellen und elektronischen Eigenschaften von Perowskiten, einer Klasse von Übergangsmetalloxiden mit vielfältigen technologischen Anwendungen, insbesondere auch der Perspektive für künftige Solarzellen mit einem im Vergleich zu den bisherigen Silizium-basierten Photovoltaik-Zellen deutlich höherem Wirkungsgrad. Eine wesentliche Voraussetzung für seine herausragenden Ergebnisse war die Entwicklung von abbildenden und analytischen transmissionselektronenmikroskopischen Verfahren unter in-situ Bedingungen und mit atomarer Auflösung sowie die Entwicklung problembezogener numerischer Werkzeuge für die aufwändige Datenanalyse.

Beide Preisträger sind nach wie vor an der Universität Göttingen tätig: Maaß am Institut für Anorganische Chemie in der Abteilung Fachdidaktik, Meyer als Leiter der Elektronenmikroskopie am Institut für Materialphysik. Ein international zusammengesetztes Preis-Komitee wählte ihre Dissertationen unter mehreren, von Lehrenden der Universität Göttingen eingereichten Vorschlägen aus. Bestätigt wurde die Auswahl durch das Peter-Haasen-Gremium.

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