Haus der Weisheit, Haus mit Zukunft

Haus der Weisheit, Haus mit Zukunft

Haus der Weisheit, Haus mit Zukunft

Die Bologna-Reform in der Lehre neu interpretieren, die Forschung noch stärker international vernetzen und eine vorbildliche Unternehmenskultur für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Administration und Technik schaffen: Diese Ziele hat h.c. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, in seiner Rede zur feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2012/13 ausgegeben. „Die Universitätskultur des offenen Gesprächs, die Hierarchien überwindet und uns zu kollegialer Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg inspiriert, hilft uns dabei, das Haus der Weisheit weiterzubauen, das die Universität Freiburg seit ihrer Gründung ist“, sagte der Rektor vor vielen Ehrengästen im Audimax. „Wir bauen an diesem Haus in dem sicheren Wissen, dass wir an der Spitze der deutschen und europäischen Forschungslandschaft stehen. Wir bauen mit der Überzeugung, dass unser Beitrag zu diesem Haus unserer Universität Stabilität und Standfestigkeit durch das sechste Jahrhundert ihres Bestehens hindurch sichern kann.“

Ein Ereignis des zurückliegenden akademischen Jahres, so der Rektor, scheine alle positiven Entwicklungen in den Schatten zu stellen: das Ergebnis des zweiten Exzellenzwettbewerbs, das am 15. Juni 2012 verkündet wurde. Die Niederlage schmerze besonders, weil sie nicht dem gerecht werde, was die Universität in den vergangenen Jahren geleistet habe. „So etwas darf nicht wieder passieren, und wir – und besonders auch ich – werden alles tun, dass so etwas nicht wieder passiert.“ Die überwältigende Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen habe die Herausforderung angenommen. „Wir bündeln die frei gesetzte Energie und richten sie neu aus: auf die Zukunft unserer Universität.“

Schiewer führte aus, dass dieser Prozess der Weiterentwicklung nicht auf schnelle Ergebnisse abziele. Er werde vielmehr gründlich, mit Bedacht und von allen gemeinsam vorangebracht, in einer Gesprächskultur, die auf gegenseitiger Achtung und der Überzeugung ruhe, dass keine Hierarchie einer guten Idee im Weg stehen dürfe. „Ich selbst habe in den Wochen nach der Entscheidung des Wissenschaftsrates zahlreiche Gespräche geführt. Ich habe mit Studierenden gesprochen, die von der Qualität der Lehre überzeugt sind, mit Professorinnen und Professoren, die hervorragende Forschungsleistungen erbringen und mit Beschäftigten, die weiterhin stolz darauf sind, an dieser Universität zu arbeiten.“

In der Verwaltung setze die Universität alles daran, die Mitarbeiter, die sich jeden Tag immer größeren Aufgabenmengen stellten und dennoch ruhig und professionell arbeiteten, zu entlasten und achtsam für sie zu sein. „Ich will, dass die Universität nicht nur der größte, sondern auch einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region ist“, sagte der Rektor. In der Lehre interpretiere das University College Freiburg seit Anfang Oktober die Bologna-Reform neu: Es ergänze das Angebot an fachorientierten Programmen durch den interdisziplinären Studiengang Bachelor of Liberal Arts and Sciences. Dieser trete neben neue Ansätze wie das Harvard College Europe Program, bei dem Studierende der US-amerikanischen Harvard University mit Studierenden aus Freiburg lernen, und die vielfach mit dem Landeslehrpreis ausgezeichneten Lehrkonzepte der Universität Freiburg.

In der Forschung vernetze sich die Universität Freiburg international immer stärker. Die Zukunft, so Schiewer, liege in einer „Sonderwissenschaftszone Oberrhein“, ermöglicht durch die Kooperation mit starken, benachbarten Partneruniversitäten und die regionale Vernetzung der wissenschaftlichen Einrichtungen. Das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) bleibe ein Markenzeichen der Albert-Ludwigs-Universität für Forschungsleistung, Nachwuchsförderung und Internationalität. Hinzu komme, dass die Projekte der Förderlinie 1 und 2 in der Exzellenzinitiative erfolgreich gewesen seien – die Fortsetzungsanträge für die Spemann-Graduiertenschule für Biologie und Medizin (SGBM) und den Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies ebenso wie der Neuantrag für den Cluster BrainLinks-BrainTools. Insgesamt werden in den nächsten fünf Jahren etwa 75 Millionen Euro allein für diese Projekte nach Freiburg fließen.

Außerdem arbeite die Universität daran, sich politisch auf der nationalen und der europäischen Ebene noch besser zu vernetzen. Sie sei in der wichtigen Gruppe der European League of Research Universities (LERU) vertreten, die einflussreicher Gesprächspartner der Europäischen Kommission sei. Ein deutsches Gegenstück habe der Verbund seit vorletzter Woche in der Gruppe der „German U15“, deren Gründungsmitglied Freiburg ist. Zusammen mit 14 anderen forschungsstarken, medizinführenden Universitäten gehe es darum, deutlich zu machen, dass international sichtbare und wettbewerbsfähige Universitäten einer dauerhaften, privilegierten Förderung bedürfen.

Der Rektor nutzte die Eröffnung des 556. Akademischen Jahres der Universität Freiburg, um allen Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten in der Verwaltung zu danken: für ihre Mitarbeit, für ihre Begeisterung und für ihren Willen, die Universität auf der gemeinsamen Grundlage ihrer Werte und Ziele weiterzuentwickeln. „Gleichzeitig will ich Sie herzlich darum bitten, niemals nachzulassen in Ihrem Eifer und in Ihrer Unterstützung, damit diese Universität, das bleibt, was sie schon immer gewesen ist: ein Haus der Weisheit, ein Haus der Studierenden, ein Haus herausragender Forschung, ein Haus mit Zukunft.“



Die Preisträger finden Sie hier.

Die Rede des Rektors finden sie hier.

Die Druckversion der (pdf) finden Sie hier.


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