Großes deutsch-chinesisches Übersetzungsprojekt hat begonnen

Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 1, in chinesischer Übersetz

Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 1, in chinesischer Übersetzung. Bildquelle: Bildquelle: Commercial Press (Peking)

Ein großes deutsch-chinesisches Übersetzungsprojekt ist gestartet: Der erste Band des 1983 an der Freien Universität durch den 2001 emeritierten Philosophieprofessor Dr. Wolfgang Fritz Haug initiierten ,,Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus" (HKWM) ist auf Chinesisch erschienen. Es ist der Beginn der von der Universität Peking getragenen Gesamtausgabe. Die einzelnen Bände erklären in alphabetischer Reihenfolge marxistische Begriffe sowie im weiten Sinn Konzepte der Herrschaftsanalyse und Befreiungsphilosophie. Der erste Band umfasst dabei den Bereich ,,Abbau des Staates" bis ,,Avantgarde". Im Oktober 2017 unterzeichneten der Dekan der School of Government und Direktor des Forschungszentrums für Chinesische Politik der Universität Peking, Professor Yu Keping und em. Dr. Wolfgang Fritz Haug, im Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin ein Memorandum, mit dem das Übersetzungsprojekt ins Leben gerufen wurde. Getragen wird die Initiative von den sozialund politikwissenschaftlichen Instituten der Universität Peking. Eine Kommission zwischen der chinesischen Trägerschaft und dem Berliner Institut für kritische Theorie e. V. (InkriT) koordiniert das Projekt. Die chinesische Ausgabe erscheint im Pekinger Verlag The Commercial Press . Band 2 ist bereits übersetzt und wird derzeit in Berlin lektoriert.

Das HKWM ist in der deutschen Originalausgabe auf insgesamt 15 Bände angelegt. Im Jahr 2018 erschien Band 9/I, in dem Begriffe von ,,Maschinerie" bis ,,Mitbestimmung" erklärt werden. Band 9/II ist derzeit in Arbeit; er umfasst Begriffe von ,,Mitleid" bis ,,Nazismus". Insgesamt sind bisher rund 1000 Artikel erschienen. Zahlreiche einzelne Artikel des HKWM sind in andere Sprachen übersetzt worden, unter anderem auf Englisch, Spanisch, Türkisch und Japanisch.

Bettina Gransow vom Ostasiatischen Seminar der Freien Universität begleitet das Projekt seit Langem mit chinawissenschaftlicher Beratung und durch den Nachweis der chinesischen Äquivalenzbegriffe jeweils zu Beginn eines Artikels. Privatdozent Dr. Jan Rehmann vom Institut für Philosophie arbeitet von Beginn an als Redakteur mit.

Begonnen wurden die Arbeiten 1983 am Institut für Philosophie in Nachbarschaft mit dem Historischen Wörterbuch der Philosophie und mit Unterstützung des damaligen Fachbereichs für Philosophie und Sozialwissenschaften. Zahlreiche Professoren und eine Professorin der Freien Universität zählten zu den Gründungsautoren, darunter die ehemalige Vizepräsidentin Margherita von Brentano und der ehemalige Vizepräsident Uwe Wesel, ferner Elmar Altvater, Helmut Gollwitzer, Klaus-Peter Kisker, Lawrence Krader, Urs Müller-Plantenberg, Wolf-Dieter Narr. Zum Kuratorium gehört unter anderem Klaus Heinrich, dessen Stiftung zu den Unterstützern zählt.