Freie-Kunst-Absolventin Kathy Schubert erhält Lyonel Kunstpreis

Kathy Schubert nimmt den Lyonel Kunstpreis von Ulrich Schubert, dem Repräsentant

Kathy Schubert nimmt den Lyonel Kunstpreis von Ulrich Schubert, dem Repräsentanten der Wiegand Manufactur Weimar, entgegen. Foto: Thomas Müller Download-Version

Kathy Schubert ist am Freitag, 12. Juli 2019, im Rahmen der summaery2019, der Jahresschau der Bauhaus-Universität Weimar, mit dem Lyonel Kunstpreis ausgezeichnet worden. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde von der Wiegand Manufactur Weimar gestiftet und ist zum ersten Mal verliehen worden. Die Auszeichnung soll zukünftig einmal im Jahr ausgelobt werden.

In ihren Skulpturen und Installationen setzt sich Kathy Schubert mit gesellschaftlichen und politischen Phänomenen auseinander aber auch mit mentalen und körperlichen Extremzuständen. Das Schicksal und Befinden des einzelnen Menschen stehen dabei im Vordergrund ihrer Arbeiten: »Mit meinen Arbeiten lade ich die Betrachterinnen und Betrachter ein, soziale Interaktionen zu untersuchen und die psychischen oder geistigen Zustände dahinter zu erkennen«, beschreibt die Künstlerin ihren Ansatz. »Kunst ist mein Ventil: meine Art, mich mit meiner Biografie und meiner Vergangenheit zu beschäftigen. Wichtig ist mir dabei auch der Dialog mit den Betrachtern. Diese erkennen das Thema des jeweiligen Kunstwerkes oder - ganz gegenteilig - assoziieren völlig andere Dinge. Das finde ich spannend, denn es eröffnet mir neue Perspektiven.«

Eines ihrer Medien sind textile Stoffe wie Kunstleder, die sie vernäht, stopft und zu dreidimensionalen Objekten verarbeitet. Für ihre Diplomarbeit »Das parasitäre Moment« ist sie nun mit dem Lyonel Kunstpreis ausgezeichnet worden, der von der Wiegand Manufactur Weimar gestiftet wurde. Verbunden mit der Auszeichnung ist über das Preisgeld von 2.000 Euro hinaus eine Einzelausstellung im NOVA art space im Herbst 2019.

»Kathy Schuberts Arbeit hat die Jury durch ihre eigenständige und spielerische Bildsprache überzeugt«, führen die drei Jurorinnen Marianne Dobner, Anna Redeker und Anka Ziefer in ihrer Begründung aus. »Diese zeichnet sich durch den souveränen Umgang und das Zusammenspiel verschiedener Materialien aus, die durch den Kontrast von industriell hergestellten, harten Stoffen und weichen, selbst verarbeiteten Textilien geprägt ist. Aktuelle Zustände gesellschaftlicher Konstrukte bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis. Innere Prozesse der Verarbeitung übersetzt die Künstlerin in Objekte, die von Dysfunktionalität und Instabilität geprägt sind. Die organischen Formen verweisen auf Vorgänge, die sich unserer Kontrolle entziehen und so Unbehagen auslösen. Auf diese Weise gelingt es Kathy Schubert ästhetisch kraftvolle Schemata komplexer Gefühlszustände zu entwerfen, die den Betrachter unmittelbar berühren.«

Kathy Schubert, geboren 1988 in Erfurt, studierte zunächst drei Semester Architektur, was ihre modellhaften Arbeiten bis heute beeinflusst. 2013 begann sie Ihr Studium der Freien Kunst an der Fakultät Kunst und Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, dass sie nun mit einem Diplom erfolgreich abgeschlossen hat. Sie lebt in Erfurt.

Über den Lyonel Kunstpreis:
Der Lyonel Kunstpreis wurde von der Wiegand Manufactur Weimar gestiftet. »Ich möchte den jungen künstlerischen Nachwuchs fördern und der Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar auch in der Stadt Weimar und Thüringen insgesamt zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen«, beschreibt der Firmengründer Matthias Wiegand. Der Lyonel Kunstpreis ist in Anlehnung an den ersten Meister des Bauhauses, Lyonel Feininger, benannt und soll in Zukunft jährlich an eine Absolventin oder einen Absolventen, die oder der maßgeblich von einer der Professuren der Freien Kunst betreut wurde, vergeben werden.

Über NOVA:
NOVA ist eine Plattform für zeitgenössische Kunst und für aktuelle Fragen künstlerischer Praxis und ihrer (Re)Präsentation. In Ausstellungen und anderen experimentellen Formaten widmet sich NOVA dem Diskurs von, mit und über die Künste.
NOVA wurde im April 2019 in fakultätsübergreifender Zusammenarbeit mit Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt und verbindet die akademische Lehre mit der praktischen künstlerischen wie kuratorischen Arbeit an konkreten Projekten.

Jury:
Marianne Dobner (Kuratorin, mumok museum moderner kunst stiftung ludwig, Wien)
Anna Redeker (Freie Kuratorin, Berlin)
Anka Ziefer (Direktorin, G2 Kunsthalle, Leipzig)


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