Forschende Ärztinnen und Ärzte gestalten die Krankenversorgung der Zukunft

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Anette Melk (Mitte) mit den PRACTIS-Teilnehmenden Johanna Diekmann und Carl Grab

Anette Melk (Mitte) mit den PRACTIS-Teilnehmenden Johanna Diekmann und Carl Grabitz während einer Untersuchungssituation in der MHH-Nuklearmedizin; Copyright: Karin Kaiser / MHH

MHH-Programm PRACTIS zur Ausbildung von Clinician Scientists wird für weitere zwei Jahre mit 1,3 Millionen Euro unterstützt Stand: 24. Februar 2022 Um Patientinnen und Patienten optimal zu versorgen, müssen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie einfließen. Dafür sind sogenannte Clinician Scientists erforderlich. Das sind Ärztinnen und Ärzte, die nicht nur klinisch, sondern auch wissenschaftlich hervorragend ausgebildet sind. Sie tragen dringende Fragestellungen aus dem Klinikalltag in die Forschung und Übersetzen gleichzeitig auch wissenschaftliche Erkenntnisse in die Krankenversorgung. Um den schwierigen Spagat zwischen Labor und Krankenbett zu erleichtern, hat die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2019 das Nachwuchsförderprojekt PRACTIS (Program of Hannover Medical School for Clinician Scientists) eingerichtet. Jetzt verlängert die DFG das erfolgreiche Programm und fördert es für weitere zwei Jahre mit 1,3 Millionen Euro.

An deutschen Universitätskliniken ist der Karriereweg für forschende Ärztinnen und Ärzte steinig, denn neben dem normalen klinischen Alltag bleibt zu wenig Zeit für anspruchsvolle Forschungsprojekte. Daher entscheiden sich immer weniger für diesen akademischen Weg. Die MHH steuert mit PRACTIS dagegen. Das Programm richtet sich an Medizinerinnen und Mediziner in der zweiten Hälfte ihrer Facharztweiterbildung. ,,Wir gewährleisten somit eine strukturierte klinische und wissenschaftliche Ausbildung, die inhaltlich genau auf die einzelnen Teilnehmenden zugeschnitten ist", sagt Anette Melk, Sprecherin des Programms.

Die dreijährige Förderperiode wird fachlich von Mentorinnen und Mentoren begleitet. Die Hälfte der Zeit verbringen die angehenden Fachärztinnen und Fachärzte nicht in der Klinik, sondern sind für Forschung freigestellt - das müssen ihre Vorgesetzten vorab schriftlich garantieren. Thematisch lehnt sich das Programm an drei Forschungsschwerpunkte der MHH ,,Infektion und Immunologie", ,,Transplantation und Regeneration" sowie ,,Biomedizintechnik und Implantate" an. Es steht jedoch grundsätzlich Interessierten aus allen medizinischen Disziplinen offen.

Erfolgreiche Karriereförderung an der MHH

Das Interesse an dem Förderprogramm ist groß, davon zeugen auch Überregionale Bewerbungen. ,,PRACTIS ist nicht nur eine Art Durchlauferhitzer für eine Karriere in der akademischen Medizin, sondern steigert gleichzeitig die Qualität in der Krankenversorgung", erklärt Melk. Das Programm baut auf erfolgreichen, an der MHH entwickelten Karriereprogrammen für Clinician Scientists auf, die die Hochschule bundesweit als erste bereits 2008 ins Leben gerufen hat.

Mittlerweile gibt es an der MHH unterschiedliche Fördermöglichkeiten für verschiedene Stufen innerhalb der ärztlichen Weiterbildung. Und das ist nicht nur gut für die Weiterentwicklung der Medizin und die Verbesserung der Krankenversorgung, sondern auch für die Hochschule selbst. ,,Als Vorreiter in der Karriereförderung setzen wir Maßstäbe und sind attraktiver Arbeitgeber für die klügsten Köpfe", betont MHH-Präsident Michael P. Manns.

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