Europäischer Forschungsrat zeichnet Wilhelm Winter aus: "Advanced Grant"

Wilhelm Winter 
		 © Elke Enning/Wilhelm Winter

Wilhelm Winter © Elke Enning/Wilhelm Winter

Hohe Auszeichnung für einen Mathematiker der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU): Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) zeichnet Wilhelm Winter mit einem „Advanced Grant“ aus, einem der wichtigsten europäischen Forschungs-Förderungen. "Auch für individuelle Förderungen wie dieser ist das wissenschaftliche Umfeld von zentraler Bedeutung - und die Bedingungen für mathematische Grundlagenforschung sind an der WWU ideal", betont Wilhelm Winter. "Die Förderung durch den ERC fügt sich nahtlos in den neuen Exzellenzcluster ,Mathematics Münster' ein und stellt eine großartige Chance dar, besonders schwierige Herausforderungen und langfristige Projekte anzugehen. Sehr attraktiv ist dabei die Möglichkeit, exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler am Puls aktueller Forschung auszubilden.“

"Um sich im europaweiten Wettbewerb um die renommierten ERC-Grants durchzusetzen, müssen Wissenschaftler Spitzenleistungen vorweisen. Eine solche Förderung ist daher ein Beleg für exzellente Forschung, auf die der jeweilige Wissenschaftler, aber auch die Universität als Ganzes stolz sein darf", unterstreicht WWU-Rektor Johannes Wessels. Mit Wilhelm Winter, der seit 2011 eine Professur in Münster hat, habe der Fachbereich Mathematik und Informatik einen hervorragenden Forscher gewinnen können, der den Profilbereich Mathematik an der WWU optimal ergänze.

Das Forschungsprojekt, das Wilhelm Winter in den kommenden fünf Jahren mithilfe der EU-Förderung von rund 1,6 Millionen Euro durchführen möchte, ist im Bereich der theoretischen Mathematik angesiedelt. Ziel ist es, die Struktur von sogenannten Operatoralgebren mit Hilfe von Approximationseigenschaften besser zu verstehen. Operatoralgebren wurden ursprünglich eingeführt, um Quantenmechanik mathematisch zu formulieren; inzwischen haben sie sich jedoch zu einem eigenständigen Forschungsgebiet entwickelt. Ein besonderes Augenmerk in dem neuen Projekt liegt dabei auf sogenannten nuklearen C*-Algebren und Zusammenhängen mit amenablen Gruppenwirkungen.

Die Förderlinie "Advanced Grants" richtet sich an etablierte Wissenschaftler mit einer herausragenden wissenschaftlichen Leistungsbilanz in den vergangenen zehn Jahren. Weitere Förderlinien sind "Starting Grants" und "Consolidator Grants". Insgesamt gibt es rund 20 Wissenschaftler an der WWU, die im Laufe ihrer Karriere einen Grant der EU-Kommission erhalten haben.

Zur Person:
Wilhelm Winter, Jahrgang 1968, studierte Mathematik und Physik an der Universität Heidelberg und an der WWU. Nach seiner Promotion und Habilitation in Münster ging er für mehrere Jahre an die University of Nottingham, England. 2011 folgte er einem Ruf an die WWU.