Erforschung von Universum und Materie

BMBF verlängert Forschungsschwerpunkt und Infrastrukturprojekt zum ATLAS-Detektor

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in seinem Rahmenprogramm ,,Erforschung von Universum und Materie" den Forschungsschwerpunkt (FSP) ATLAS-Deutschland sowie das Forschungsinfrastrukturprojekt (FIS) zum Um- und Neubau des ATLAS-Detektors für den High-Lumi Large Hadron Collider am CERN in Genf um weitere drei Jahre verlängert. Der Physiker Arnulf Quadt von der Universität Göttingen wurde für die neue Förderperiode zum Sprecher beider Verbünde gewählt und vertritt damit die deutschen Aktivitäten in der ATLAS-Kollaboration am CERN. An der Universität Göttingen findet diese Woche auch das virtuelle FSP-Jahrestreffen der an ATLAS beteiligten Forscherinnen und Forscher mit mehr als 200 Teilnehmenden statt.

Der ATLAS-FSP umfasst der Betrieb des Experiments, die Entwicklung von Software-Werkzeugen und die Analyse der großen Datenmengen. Schwerpunkte sind dabei die Untersuchung des Standardmodells der Teilchenphysik, der elektroschwachen und der starken Physik, der Physik des Higgs-Boson, des Top-Quarks, des b-Quarks sowie die Suche nach Supersymmetrie oder anderen exotischen Erweiterungen bekannter Physik. Vorläufiger Höhepunkt war die Entdeckung des Higgs-Boson 2012, dessen genaue Untersuchung ganz neue Forschungsfragen eröffnet. ATLAS hat im Sommer dieses Jahres seine tausendste wissenschaftliche Publikation veröffentlicht. Der FSP-Verbund besteht mehr als 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 15 Universitäten, dem Deutschen Elektronen Synchrotron DESY und dem Max-Planck-Institut für Physik als assoziierten Partnern. Der Forschungsschwerpunkt wird in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 22,2 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen des FIS-Projekts wird der Um- und Neubau zentraler Detektorkomponenten des ATLAS-Experiments gefördert. Der Umbau des LHC-Beschleunigers und der Experimente soll von 2025 bis 2027 stattfinden. Die Intensität der Protonenstrahlen wird dabei nahezu um einen Faktor zehn erhöht, so dass die Detektoren strahlenhärter und schneller und die einzelnen Messzellen kleiner werden müssen. Bei jeder Durchkreuzung von Protonenpaketen werden bis zu 200 einzelne Teilchenkollisionen erwartet, die alle einzeln zugeordnet und rekonstruiert werden müssen. Dieses Projekt wird in den kommenden drei Jahren mit 19,2 Millionen Euro gefördert, das Gesamtfördervolumen seit Projektbeginn 2014 beträgt rund 70 Millionen Euro.

 

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