Eisen contra Entzündungsanämie

Eisen contra Entzündungsanämie: Dr. Niklas Lofruthe erhält den Promotionspreis der Medizinischen Fakultät der WWU

Prodekan Prof. Rupert Hallmann übergab Dr. Niklas Lofruthe den Preis in der Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät (Foto: FZ / J. M. Tronquet)

Münster (mfm/lt) - Atemnot, Erschöpfung, Kopfschmerzen - all das können Symptome einer Anämie sein. Das ist eine Störung des Bluthaushaltes, bei der durch zu geringe Hämoglobin-Konzentration im Blut dessen Fähigkeit zum Sauerstofftransport gemindert wird. Wie die Anämie behandelt wird, hängt davon ab, welche Ursache ihr zugrunde liegt. Eine besondere Variante hat Niklas Lofruthe untersucht und mit seiner Doktorarbeit über ,,Intravenöse Eisencarboxymaltose als potentielle Therapie bei Entzündungsanämie" den von der Medizinischen Fakultät der Universität Münster verliehenen Promotionspreis erhalten. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert.

Eine Anämie - umgangssprachlich auch Blutarmut oder Blutmangel genannt - kann ein Mensch schon von Geburt an haben oder erst im Laufe seines Lebens erwerben. Der zweite Fall kann verschiedene Ursachen haben, so Hormonstörungen während einer Schwangerschaft, Krebserkrankungen oder auch chronisch-entzündliche Erkrankungen. Dr. Niklas Lofruthe von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat erforscht, ob eine Eisenszufuhr über die Venen eine wirksame Methode zur Behandlung von Entzündungsanämien (AI) ist, also von Formen, die durch eine Entzündungskrankheit hervorgerufen wurden.

Eisencarboxymaltose heißt der Wirkstoff, der bereits bei der Behandlung von Anämien als Folgen von Eisenmangel (IDA) eingesetzt wird. Bei der Behandlung von AI ist der Wirkstoff aber noch umstritten. In Langzeitexperimenten wurden Mäuse mit Bakterien infiziert, um eine AI hervorzurufen. Die Tiere wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die dann entweder regulär gefüttert oder einer Eisenmangel-Diät unterzogen und entweder mit intravenösem Eisen oder Kochsalz behandelt wurden. Die Mäuse, die die Eisenbehandlung erfahren hatten, erholten sich deutlich schneller von der AI als diejenigen auf Eisenmangel-Diät. Ob diese Behandlungsmethode auch bei Menschen wirksam ist, müssen nun weitere Studien zeigen.

Lofruthe studierte von 2010 bis 2016 an der Uni Münster, wo er sein Staatsexamen mit der Note 1,0 absolvierte. Vor seinem Studium hatte er in seiner Heimatstadt Düsseldorf eine Ausbildung zum Rettungshelfer absolviert und war als KTW-Fahrer für das Deutsche Rote Kreuz im Einsatz. Seit Oktober 2016 arbeitet der Mediziner als Assistenzarzt in der Neurologie des Christophorus-Klinikums Dülmen.

Ihren Promotionspreis verleiht die Medizinische Fakultät der Universität Münster, um damit herausragende Doktorarbeiten zu würdigen. Finanziell unterstützt wird der Award durch das Pharmaunternehmen Pfizer. Den Preis erhielt Lofruthe aus den Händen des Prodekans für Wissenschaftlichen Nachwuchs, Prof. Rupert Hallmann.

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