Einschränkungen bei der analogen Nutzung, Erweiterungen bei den digitalen Angeboten: Universitätsbibliothek zieht Bilanz für 2020

Die Nutzung der Universitätsbibliothek war 2020 von gegenläufigen Trends geprägt. Die analoge Nutzung - also die Nutzung der physischen Räume und Bestände der Bibliothek - ist im Vorjahr insbesondere aufgrund entsprechender Einschränkungen durch die Corona-Pandemie stark zurückgegangen. Die von der Bibliothek bereitgestellten digitalen Angebote wurden erweitert und ihre Nutzung hat stark zugenommen.

Der Rückgang bei der analogen Nutzung zeigt sich am deutlichsten darin, dass die Zahl der Bibliotheksbesuche, die seit 2014 Jahr für Jahr bei über 200.000 lag, 2020 auf 90.706 zurückgegangen ist. Dies lag sowohl an der fünfwöchigen Phase im Frühjahr 2020, in der die Bibliothek ganz für den Benutzungsbetrieb geschlossen war, als auch an der anschließenden dreizehnwöchigen Phase, in der nur Ausleihen und Rückgaben möglich waren. »Länger als ein Vierteljahr«, so Bibliotheksdirektor Dr. Frank Simon-Ritz, »waren unsere Leseund Arbeitsbereiche gar nicht zugänglich. Und auch danach galten bis zum Jahresende reduzierte Öffnungszeiten und eine Begrenzung der Besucherzahlen.« Seit dem 16. Dezember 2020 befindet sich die Bibliothek erneut in einem »Basisbetrieb«, in dem nur Ausleihen und Rückgaben von Medien möglich sind.

Neben den Besucherzahlen war auch die Zahl der Entleihungen und die Zahl der Entleihenden rückläufig. Die Zahl der Entleihungen ist von 99.716 im Jahr 2019 auf 88.255 im Jahr 2020 zurückgegangen. Das bedeutet, dass dieser Service das ganze Jahr über alles in allem gut genutzt wurde. Die Zahl der Entleihenden ging von 5.213 im Jahr 2019 auf 3.039 im Jahr 2020 zurück. Hier spiegelt sich wider, dass insbesondere viele Studierende im vergangenen Jahr - insbesondere im Sommersemester - gar nicht vor Ort waren.

Einen starken Anstieg hat die Bibliothek bei der Zahl der Zugriffe auf die von ihr bereitgestellten elektronischen Ressourcen zu verzeichnen. Bei den Zugriffen auf Aufsätze aus elektronischen Zeitschriften hat es einen Anstieg von 34.228 im Jahr 2019 auf 53.064 im Jahr 2020 gegeben. Das entspricht einer Steigerung um 55 Prozent Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Zugriffszahlen auf elektronisch bereitgestellte Bücher (E-Books). Hier konnte die Bibliothek einen Aufwuchs von 43.790 Volltextanzeigen im Jahr 2019 auf 64.185 entsprechende Zugriffe im Jahr 2020 verzeichnen, was einer Steigerung um 46 Prozent entspricht. Für Simon-Ritz signalisieren diese Zahlen, dass die Bibliothek mit ihrer Strategie, seit Beginn des Lockdowns im März 2020 konsequent auf den weiteren Ausbau der digitalen Angebote zu setzen, richtiggelegen hat. »Gerade in einer Zeit, in der unsere analogen Ressourcen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind,« so der Bibliotheksdirektor, »müssen wir unsere digitalen Angebote weiter ausbauen. Auf diese Strategie setzen wir auch weiterhin.«

Aber auch in die Erleichterung und Verbesserung der Zugänglichkeit der analogen Bestände investiert die Bibliothek aktuell. Am 22. Februar 2021 haben die Umbauarbeiten im Bereich der bisherigen Ausleihe begonnen, die diesen Bereich im Zuge der Einführung einer neuen Technologie zur Verbuchung und Sicherung der Medien konsequent auf Selbstverbuchung umstellen sollen. Mit der deutlich komfortableren Selbstverbuchung kann die Bibliothek ihr Servicekonzept verändern und die Öffnungszeiten - sobald die Corona-Pandemie dies zulässt - deutlich erweitern. In einem ersten Schritt sollen ab dem 6. April 2021 die Leseund Arbeitsbereiche wieder zugänglich gemacht werden und die Öffnungszeiten auf montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erweitert werden. Perspektivisch sollen die Öffnungszeiten wochentags bis 23 Uhr erweitert werden und auch eine erweiterte Öffnung an Samstagen von 10 bis 18 Uhr angeboten werden.


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