Ein Schlagzeug für unterwegs

Gewinnerinnen und Gewinner des 25. Funpreneur-Wettbewerbs der Freien Universität Berlin wurden ausgezeichnet

Ein elektronisches Schlagzeug, das in jede Tasche passt, ein Fahrradsattelüberzug mit Wärmekissen für kalte Tage und WhatsApp-Kurse für Menschen ab 60 - mit diesen Geschäftsideen haben Studierende im Finale des Funpreneur-Wettbewerbs die ersten drei Plätze belegt. Der unternehmerische Wettbewerb für Studierende wurde zum 25. Mal ausgerichtet. Er findet in jedem Semester statt und wird unter dem Dach des an der Freien Universität Berlin gegründeten Digital Entrepreneurship Hub ausgerichtet. Die Studierenden gründen dabei mit symbolischen fünf Euro Startkapital ein Unternehmen auf Zeit und setzen ihre Ideen binnen fünf Wochen um.

Der erste, mit 1.200 Euro dotierte Platz wurde an das Team ,,Jam G8" verliehen. Rafael Prado, Sebastian Schmidt, Nikolas Wagner Bozzolo und Marc Moosreiner entwickelten ein elektronisches Schlagzeug, das in jede Tasche passt: Der Metallkasten ist ungefähr 10 mal 15 Zentimeter groß und hat drei Eingänge für Kabel mit Clip-Sensoren. Die Clips können an beliebigen Gegenständen und Oberflächen befestigt werden, zum Beispiel an Büchern, Möbeln oder Dosen. Wenn der Nutzer auf den Gegenständen trommelt, nehmen die Sensoren Vibrationen auf und übertragen sie an das Gerät. Von dort werden die Signale an ein Smartphone oder einen Computer weitergeben, mittels einer gängigen Musiksoftware, etwa ,,Garage Band" oder ,,Caustic". Die Signale werden in beliebige Sounds verwandelt und über Kopfhörer oder Lautsprecher ausgespielt. Nach dem Prinzip ,,Clip and Play" wird so jede Oberfläche zum Schlagzeug. Mit der simplen Bedienung und dem Verkaufspreis von 59,90 Euro will das Team Kunden gewinnen, die auch unterwegs Musik machen wollen oder sich kein Schlagzeug leisten können.

Mit ihrem Projekt ,,Heatseat" belegten Alina Bathe, Heinrich Block, Samrawit Shibeshi und Sophie Marlow den mit 800 Euro dotierten zweiten Platz. Das Team fertigt Überzüge für Fahrradsättel, die bei Kälte mit einem integrierten Wärme-Kissen ,,beheizt" werden können. Das Kissen wird in heißem Wasser aufgewärmt, kann bis zu 500 Mal verwendet werden und sorgt im Winter für Komfort beim Fahrradfahren.

Für ihr Konzept ,,Grannytec" wurden Raphael Gebendorfer, Linea Schmidt, Ben Begon und Benni Klamka mit dem dritten Platz und 400 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Sie veranstalten Workshops für Menschen ab 60, die den Umgang mit dem Smartphone lernen möchten, speziell mit der Messenger-App WhatsApp. Nebenbei gibt das Team auch Einblick in die Jugendsprache, die eng mit dem Austausch über soziale Medien verbunden ist.

Der Funpreneur-Wettbewerb beginnt in jedem Semester mit einem Workshop zur Teamfindung und der Ausarbeitung potenzieller Geschäftsideen; in weiteren Workshops werden die Teams auf die fünfwöchige Praxisphase vorbereitet. Für diese erhalten die Studierenden symbolische fünf Euro Startkapital und bekommen ehrenamtliche Wirtschaftspaten der Wirtschaftsjunioren Berlin e. V. und des Netzwerks für Unternehmertum der Freien Universität Berlin vermittelt. Neben der Berliner Sparkasse sind die Industrieund Handelskammer Berlin, die Ernst-Reuter-Gesellschaft der Freunde, Förderer und Ehemaligen der Freien Universität Berlin e. V. sowie die Kanzlei Härting Partner der hochschulübergreifenden Lehrveranstaltung; sie findet im Rahmen der Allgemeinen Berufsvorbereitung für Bachelorstudiengänge statt und kann als offenes Format von Studierenden aller Berliner Hochschulen besucht werden.

Die nächste Runde des Funpreneur-Wettbewerbs startet zum Sommersemester am 23. April 2019. Interessierte können sich vorab unter fu-berlin.de/funpren­eur oder per E-Mail bei Natalie Nirenberg, Koordinatorin des Funpreneur-Wettbewerbes anmelden.

Die Gewinner Teams

  • 1. Platz: Jam G8: https://jamg8.jimdofree.com/
  • 2. Platz: Heatseat: heat-seat.jimdosite.­com/
  • 3. Platz: Grannytec: www.instagram.com/gr­annytec/